Manchmal spürst du tief drin: „Das hier fühlt sich nicht mehr gut an.“ Nicht weil du „zu wenig glaubst“. Sondern weil du in einer Gruppe bist, die dir sagt, was du denken darfst.
Anfechtung beginnt genau da. Wenn du merkst, dass du Angst hast, Fragen zu stellen. Wenn du dich schuldig fühlst, nur weil du etwas wissen willst. Wenn du dich klein machst, damit andere zufrieden sind. Wenn du dich nicht traust, deine eigenen Gedanken ernst zu nehmen.
Viele religiöse Gruppen nennen das „geistlichen Kampf“. Aber oft ist es etwas anderes: Druck. Kontrolle. Angst. Das ist kein Glaube. Das ist Manipulation.
Manche Gruppen bringen dir bei, dass „falsche Informationen“ gefährlich sind. Dass du nur „geistlich“ bist, wenn du alles glaubst, was sie sagen. Dass Gott enttäuscht ist, wenn du nachdenkst. Dass du dich schämen musst, wenn du anders fühlst.
Das ist ein System. Ein System, das dich abhängig macht. Ein System, das dich klein hält. Ein System, das dir deine Freiheit nimmt. Und genau das nennt man religiösen Missbrauch.
Er kann dich über Jahre verletzen. Er kann deine Persönlichkeit verändern. Er kann dir einreden, dass du nichts wert bist ohne die Zustimmung der Gruppe. Er kann dich innerlich brechen – genauso wie andere Formen von Missbrauch.
Anfechtung ist nicht das Problem. Sie ist das Warnsignal. Sie zeigt dir: Du fängst an zu sehen, was wirklich passiert. Du merkst, dass Angst kein Werkzeug Gottes ist. Du spürst, dass dein eigener Kopf und dein eigenes Herz wichtig sind.
Anfechtung ist der Moment, in dem du beginnst, frei zu werden. Du darfst Fragen stellen. Du darfst Informationen suchen. Du darfst deine Wahrnehmung ernst nehmen. Du darfst dich schützen. Du darfst Grenzen setzen. Du darfst gehen.
Dieser Text soll dir helfen, die Mechanismen zu erkennen – früh, klar und ohne Schönfärben. Damit du nicht jahrelang in einem System bleibst, das dir Angst macht. Damit du weißt: Glaube, der dich bedroht, ist kein Glaube. Glaube, der dich stärkt, braucht keine Kontrolle.

Hallo Christian dein Freund aus Bremen……
Hallo, lieber Ilja,
nett dich auf meiner Webseite zu finden.
aber privat schreiben wir uns doch lieber über web.de.
Lieben Gruß Christian
Wir als junge Leute, sehen die Tatsache, dass es so viele fromme selbstbewusste Menschen gibt, die mit ihrer Frömmigkeit andere Menschen unterdrücken, als problematisch an. Wir sind der Meinung, dass kein Mensch das Recht dazu hat, darüber zu entscheiden, wie andere Menschen ihren Glaube ausleben sollen und was Gottes Meinung darüber ist. Denn was Gott dazu sagen würde, kann jeder anders interpretieren. Diese Art der Übermittlung des Glaubens ist grade dann gefährlich, wenn junge Leute den Weg zum Glauben finden, und daher nicht sehr erfahren sind. Sie glauben was ihnen gesagt wird, und das kann zu schwereren Folgen führen, die diese Person dann belasten. Und das ist der falsche Weg zum Glauben. Er ist beängstigend und führt eher zu Distanz. Daher finden wir die Seite extrem gut, da es Menschen zu neuen Denkweisen und neuen Richtungen anregt. Allerdings ist die Seite für unseren Geschmack etwas zu voll.
Vielen Dank für euren hilfreichen Kommentar. Ihr habt recht mit eurem Eindruck, dass die Website ziemlich überladen ist. Das hat mich motiviert, etliche Beiträge ganz auszusortieren oder stark zu kürzen bzw zu präzisieren. Leider gibt es auch noch etliche Doppelungen, die entfernt werden sollten. Ein ziemliches Stück Arbeit! Aber ich bin sehr dankbar für solch Hinweise. Auch natürlich für eigene Beobachtungen oder Beiträge zum Thema. Lieben Gruß Bruder Benignus
Hallo zusammen, ich habe Jesus 2017 durch ein Übergabegebet in mein Leben eingeladen. In vielen Foren und auch in Gemeinden wird gesagt, dass wer Jesus annimmt und in sein Leben einlädt, errettet ist. Seit Anfang des Jahres bin ich auf TIKTOK und sehe, wie die Gläubigen dort zwar das gleiche sagen, aber im gleichem Atemzug auch sagen, dass wer Jesus angenommen hat und dann immer noch sündigt, der hat den Heiligen Geist nicht und ist somit auch nicht errettet. Wer Jesus annimmt und nichts für ihn tut, verliert sein Heil und ist auch nicht errettet. Ein Pastor meinte auch, nur weil man ein Übergabegebet spricht ist, man noch lange nicht errettet, weil ja jeder Idiot so ein Übergabegebet beten kann. Meine Frage lautet also, was ist dann die Gute Botschaft?! Alle sagen, man muss nur Jesus annehmen und schon sei man errettet, nur um dann zu merken, dass das dann doch nicht so einfach ist wie gesagt. Wenn man sein Heil wirklich verlieren kann, wozu ist dann Jesus für unsere Sünden gestorben? Ich meine, wenn Jesus durch sein Kreuzestod für unsere Sünden bezahlt hat und ich meine wirklich alle Sünden, dh die der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, wie kann man dann sein Heil verlieren?! Beispiel, jemand nimmt Jesus durch ein Übergabegebet an und klaut morgen 1 Euro, dann hat doch Jesus damals durch sein Kreuzestod genau für diese Sünde bezahlt oder nicht? Wenn es doch nicht so ist, wozu dann das Erlösungswerk von Jesus? Ist das nicht die Gute Botschaft, dass er für alle unsere Sünden bezahlt hat, damit jeder der an Ihn glaubt nicht verloren geht? Also wenn das nicht die Gute Botschaft ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Denn ich bin hier echt am Verzweifeln! Denn ich bin kein guter Mensch und erliege sehr häufig der Sünde.
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Liebe Grüẞe euer Sünder
Lieber Bruder S.
Sie müssen nicht verzweifeln, weil Sie immer noch Sünde tun. Wenn wir uns Jesus anvertrauen, schenkt er uns seinen Geist. Und doch bleibt, solange wir leben, auch noch die alte Natur lebendig. Warum gäbe es sonst die vielen Ermahnungen in der Bibel, nicht der alten Natur nachzugeben? Jeder Gläubige sündigt jeden Tag. „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ (1.Joh 1, 8-9) Die Frage ist nicht, ob wir sündigen, sondern ob wir ehrlich genug sind, es uns einzugestehen. Manche Fromme bauen eine scheinbar heilige Fassade auf, um andere zu beeindrucken. (Kol 2,20-23) Andere Fromme erpressen andere Gläubigen mit der Bibel und laden ihnen unerträgliche Lasten auf. (Matth 23,4) Beides erscheint gottgefällig und ist dennoch Sünde, sogar eine schwere Sünde.
Sie sagen richtig: Jesus hat doch eine gute Botschaft gebracht. Und diese Botschaft beinhaltet, dass wir uns das Heil nicht durch gute Werke verdienen müssen. Wir werden „ohne Verdienst gerecht“ (Rö 3,24), allein durch das Vertrauen auf Jesus, dass es so ist. „Denn nur durch seine unverdiente Güte seid ihr gerettet worden. Das ist geschehen, weil ihr an Jesus Christus glaubt. Es ist ein Geschenk Gottes und nicht euer eigenes Werk. Durch eigene Leistungen kann ein Mensch nichts dazu beitragen. Deshalb kann sich niemand etwas auf seine guten Taten einbilden.“ (Eph 2,8-9)
Aber Gott verbindet mit dem Geschenk seiner Gnade zugleich eine Hoffnung, nämlich dass uns die Freude über die Befreiung von aller Schuld nun unsererseits motiviert, anderen Menschen wohlzutun. „Wer liebt, hat das ganze Gesetz erfüllt.“ (Gal 5,14) Wer so leben möchte, wird noch mehr Freude ernten. „Freut euch allezeit und abermals sage ich euch: freut euch!“ (Phil 4,4) Freuen kann man sich nur, wenn die Errettung nicht zweifelhaft bleibt.
Nun gibt es aber auch Menschen, die einen Anfang mit Jesus machen, aber von der Aufgabe, anderen Menschen wohlzutun und Freude zu verbreiten, nichts wissen wollen. Sie wollen rücksichtslos leben wie alle Welt und ihr Ego pflegen. Hier warnt die Bibel, dass auf diese Weise auch die Freude am Heil verlorengeht. „Wenn aber der böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr kommt noch lange nicht, und fängt an, seine Mitknechte zu schlagen, isst und trinkt mit den Betrunkenen, dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet und er wird ihn in Stücke hauen lassen…“ (Mt 24,48-51)
Wer bei Jesus bleiben und zu seiner Gemeinde gehören will, der wird danach fragen, wie er anderen wohltun kann, und sich den Geboten Jesu orientieren, so gut er kann, so weit sein Glaube und seine geistliche Kraft reichen. (Mt 25,14 ff) Die wenigsten Gläubigen werden ein großes selbstloses Licht wie der Paulus. Die meisten bleiben kleine Lichter. „Denn ich habe keinen wie Timotheus, der so ganz meines Sinnes ist, der so herzlich für euch sorgen wird. Denn sie denken alle immer noch zu sehr an eigenen Angelegenheiten“ (Phil 2,20-21) So klagt Paulus, und dabei ist dennoch klar, auch die Gläubigen in Philippi, die immer noch den eigenen Sorgen Vorrang geben, gehören zur geretteten Gemeinde, die sich über das Heil freuen darf.
Heilsgewissheit ist kein Wackelkontakt. Wer den Sohn hat, der hat das Leben. (1Joh 5,12) Auch wenn es Warnungen vor dem Missbrauch der Gnade gibt, so müssen wir uns vor jeglicher Theologie hüten, die die Botschaft von der Errettung zweideutig und unzuverlässig macht und die Gnade relativiert. „Gottes Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade.“ (Ps 30,6) Das sind die wirklichen Relationen.
Viele Theologen drehen das gerne um. Da wird so viel gedroht und gewarnt, dass Gläubige ihr Leben lang Angst haben und selten einen Augenblick der Freude über das Heil erhaschen. Beispiele für diese perverse Theologie haben wir unter der Überschrift „Giftige Theologie“ zusammengestellt.
Ich möchte Ihnen noch das kleine Buch „Kleinode“ von C.H.Spurgeon empfehlen. Ich habe es selbst immer gern gelesen, da es mE sehr gut zeigt, dass Christen trotz all ihrer Mängel und Schwächen Heilsgewissheit und Glaubensfreude haben dürfen.
Lieben Gruß
Bruder Benignus