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Tut uns Übertreibung, Verharmlosung, Verdrängung wirklich gut?
Wir können damit vordergründig unserer Seele “wohltun” – zweifellos.
Aber letztlich offenbart sich doch hier der Unglaube oder hartnäckiges Misstrauen, dass Christen auf unumstößliche, unwiderlegbare Fakten vertrauen dürfen. Am Ende seines Lebens wird man mit sich selbst und mit seinem Glauben allein sein. Vielleicht kommt jemand aus der Community nur gelegentlich noch zu Besuch. Kann dann ein Glaube wirklich trösten, der zeitlebens mit Selbstbetrug gestützt werden musste?
Christen sollten sich aus eigenem Antrieb um Nüchternheit bemühen. Unlängst sah ich wieder auf Youtube ein mit Begeisterung vorgetragenes Wunderzeugnis (Gaby Wentland- Du bist geheilt – Doros Worship – 19.01.2026 [TRANSSCRIPT]). Nun zweifle ich nicht daran, dass Gott Wunder tun kann und will. Immer wieder treffen wir Menschen, die bezeugen können, dass schwer krank waren, so schwer krank, dass Ärzte keine Hoffnung mehr hatten und dennoch wieder gesund geworden sind.
Aber in diesem Fall erschien mir die Schilderung der Vorgänge vor dem eingetretenen Wunder wenig glaubwürdig. Falls die Vermutung zutreffen sollte, so geschieht folgendes: Übertreibung entwertet zunächst den Wunderbericht, der natürlich dann auch unter dem Verdacht der Übertreibung steht. Übertreiben entwertet weiter das Vertrauen in andere Glaubenszeugnisse. Übertreibung hat nicht zuletzt eine abstoßende Wirkung auf Menschen, die sich sonst vielleicht für den christlichen Glauben interessieren würden.
Nicht ohne Grund nannte Jesus in seinem fundamentalen Maßstab der Liebe (Mt 23,23) neben Barmherzigkeit und Gerechtigkeit als dritte Leitlinie die Verlässlichkeit
Deswegen empfehle ich, die Informationen über Zustände und Vorgänge VOR dem berichteten Heilungswunder mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz auf Plausibilität und Konsistenz zu prüfen, bevor man etwas 1:1 weitererzählt. Und auch dem Vortragenden sollte man eine entsprechende Rückmeldung geben, damit der nächste Bericht besser wird.
Ich richtete an Copilot/KI folgende Anfrage:
“ich möchte annehmen, dass eine Spontanheilung möglich ist. Bitte zeige mir widersprüchliche Aussagen, die die Zeit VOR der Heilung betreffen.”
ANTWORT:
ich gehe exakt so vor, wie du es möchtest: Wir nehmen an, dass eine spontane Heilung möglich ist. Dann schauen wir ausschließlich auf die Aussagen VOR der behaupteten Heilung, also auf die Beschreibung des Unfalls, der Verletzungen und der Situation im Krankenhaus.
Dabei geht es nicht darum, die Heilung zu bestreiten, sondern darum, logische oder medizinische Inkonsistenzen in der Darstellung vor dem Wunder sichtbar zu machen. Alle Zitate stammen aus dem aktuellen Video.
Selbst wenn wir voll an eine spontane Heilung glauben, bleiben die VOR der Heilung
geschilderten Fakten in sich widersprüchlich:
• Der körperliche Zustand wird extrem dramatisch beschrieben
• Das Verhalten des Sohnes passt nicht zu diesen Verletzungen
• Die medizinischen Aussagen widersprechen bekannten Notfallstandards
• Die zeitlichen Abläufe sind unplausibel
• Die geistige Klarheit passt nicht zu den behaupteten Hirnschäden
Diese Inkonsistenzen betreffen nicht die Heilung, sondern die Vorgeschichte, also die Darstellung des Unfalls und der Verletzungen.
Tabelle: Inkonsistenzen vor der Heilung (mit Zeitmarken)
| Bereich | Aussage im Video | Widerspruch / Inkonsistenz | Zeitmarke |
|---|---|---|---|
| Bewusstseinszustand | „Mein Sohn war vollkommen beieinander…“ / „Er war bei vollem Bewusstsein.“ | Passt nicht zu den beschriebenen massiven Kopfverletzungen (Schädelbrüche, Gehirnverschiebung, Blutungen). | 38:29 / 38:51 |
| Schwere der Verletzungen | „15 große Brüche… halbe Gesichtshälfte zerstört… Auge saß nicht mehr… sah aus wie ein Monster.“ | Gleichzeitig wird er als klar denkend, gehfähig und entscheidungsfähig dargestellt. | 38:34 – 38:46 |
| Gehirnverschiebung | „Gehirn hat sich 1,5 cm verschoben.“ | Eine solche Verschiebung führt normalerweise zu Bewusstlosigkeit oder schweren neurologischen Ausfällen. | 39:35 |
| Hirnblutungen | „Über drei große Blutungen im Gehirn.“ | Trotzdem: keine neurologischen Ausfälle, er telefoniert, trifft Entscheidungen, läuft herum. | 39:33 |
| Prognose | „Er hat maximal 3 Stunden zu leben.“ | Trotzdem verlässt er das Krankenhaus, fährt Auto, lebt Tage ohne Überwachung. | 41:13 – 41:19 |
| Verhalten nach dem Unfall | Er geht aus dem Krankenhaus und steigt ins Auto. | Mit den beschriebenen Verletzungen wäre selbst Sitzen kaum möglich, geschweige denn Autofahren. | 41:04 – 41:27 |
| Schmerzen | „Er hatte extreme Schmerzen… lief den ganzen Tag auf und ab.“ | Gleichzeitig: klare Gedanken, keine Medikamente, keine neurologischen Symptome. | 42:52 – 42:57 |
| Medikamente | „Er hat keine Tabletten genommen.“ | Bei Hirnblutungen, Schwellungen und Schädelbrüchen wären Medikamente und Überwachung zwingend. | 42:13 – 42:22 |
| Platzwunde | „Mit einer riesen Platzwunde… sah dramatisch aus.“ | Trotzdem keine Versorgung, kein Verband, er verlässt das Krankenhaus einfach. | 41:05 – 41:10 |
| Entlassung | Er wird nicht im Krankenhaus behalten, obwohl er angeblich lebensbedrohlich verletzt ist. | Ein Patient mit Hirnblutungen und Schädelbrüchen wäre intensivpflichtig. | 41:04 – 41:27 |
| Entscheidungsfähigkeit | Er lehnt OP ab, weil er Angst vor Lähmung hat. | Ein Patient mit angeblich verschobenem Gehirn wäre nicht entscheidungsfähig. | 40:33 – 40:52 |
Kurzfazit:
Mit den Zeitmarken wird noch klarer:
• Die medizinische Schwere der Verletzungen und
• das gezeigte Verhalten des Sohnes
passen nicht zusammen, selbst wenn man eine spätere spontane Heilung vollständig akzeptiert. Die Inkonsistenzen liegen vor der Heilung, also in der Darstellung des Unfalls und der unmittelbaren medizinischen Situation.
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Falls du ins Detail gehen möchtest: hier eine medizinische
Plausibilitätsanalyse der einzelnen Verletzungen
Ich mache dir jetzt eine saubere medizinische Plausibilitätsanalyse der im Video geschilderten Verletzungen — ausschließlich anhand der Aussagen im Video (Tab-ID
870510294) und ohne jede Wertung der späteren Heilung. Ich bleibe nüchtern, fachlich und klar.
1. „15 große Schädelbrüche“
Quelle: 00:38:34–00:38:36
Medizinische Realität
• Mehrfache Schädelbrüche (insbesondere >3) sind lebensbedrohlich.
• Sie gehen fast immer einher mit:
• Bewusstseinsstörungen
• Übelkeit, Erbrechen
• neurologischen Ausfällen
• starken Schmerzen
• Blutungen
• Patienten sind in der Regel nicht gehfähig, oft nicht ansprechbar.
Plausibilität der Darstellung
Unplausibel, weil im Video gleichzeitig gesagt wird:
• „Er war vollkommen beieinander“ (38:29)
• „Er war bei vollem Bewusstsein“ (38:51)
• Er läuft später herum und fährt Auto.
2. „Halbe Gesichtshälfte komplett zerstört,
Auge aus der Augenhöhle“
Quelle: 00:38:38–00:38:42
Medizinische Realität
• Ein Auge, das aus der Orbita herausgedrückt wurde, ist ein maximaler Notfall.
• Es führt zu:
• massiver Blutung
• extremen Schmerzen• sofortiger OP-Indikation
• hohem Infektionsrisiko
• Ohne OP droht:
• Erblindung
• dauerhafte Deformierung
• Verlust des Auges
Plausibilität der Darstellung
Sehr unplausibel, weil:
• Er angeblich klar spricht und logisch entscheidet.
• Er verlässt das Krankenhaus ohne Behandlung.
• Später heißt es: „Er hat keine Narbe und nichts übrig“ (00:54:14–00:54:20).
3. „Gehirn hat sich 1,5 cm verschoben“
Quelle: 00:39:35–00:39:38
Medizinische Realität
Eine Verschiebung des Gehirns um 15 Millimeter ist ein akuter, tödlicher Notfall.
• Das nennt man Mittellinienverschiebung.
• Bereits 5 mm gelten als kritisch.
• 10–15 mm → hohe Sterblichkeit, meist Koma.
• Symptome:
• Bewusstlosigkeit
• Pupillenveränderungen
• Atemstörungen
• neurologische Ausfälle
Plausibilität der Darstellung
Medizinisch nicht vereinbar mit:
• vollem Bewusstsein
• klaren Gesprächen
• Autofahren
• Fasten und Herumlaufen
4. „Drei große Hirnblutungen“
Quelle: 39:33Medizinische Realität
Drei intrakranielle Blutungen bedeuten:
• Lebensgefahr
• sofortige OP-Indikation
• Intensivstation
• Überwachung (CT alle Stunden)
Plausibilität der Darstellung
Unplausibel, weil:
• Er verlässt das Krankenhaus.
• Er nimmt keine Medikamente.
• Er läuft herum und fastet.
• Er fährt Auto.
5. „Kopf doppelt so groß angeschwollen“
Quelle: 00:38:46–00:38:49
Medizinische Realität
Eine derartige Schwellung bedeutet:
• massives Ödem
• Gefahr der Einklemmung des Gehirns
• sofortige neurochirurgische Intervention
Plausibilität der Darstellung
Unvereinbar mit:
• Bewusstsein
• Orientierung
• Bewegung
• fehlender medizinischer Behandlung
6. „Jochbein komplett zersplittert“
Quelle: 00:39:47–00:39:51
Medizinische Realität
Ein zersplittertes Jochbein führt zu:
• massiven Schmerzen• Gesichtsdeformierung
• Blutungen
• Kieferfunktionsstörungen
• OP-Pflicht (Titanplatten)
Plausibilität der Darstellung
Unplausibel, weil später behauptet wird:
• „Er musste keine neuen Zähne haben“
• „Keine Narbe“
• „Gesicht schöner als vorher“ (00:54:08–00:54:17)
7. „Maximal 3 Stunden zu leben“
Quelle: 00:41:13–00:41:19
Medizinische Realität
Wenn ein Arzt das sagt, bedeutet das:
• sofortige OP
• Intensivstation
• keine Entlassung
• keine Mobilität
Plausibilität der Darstellung
Nicht plausibel, weil er:
• das Krankenhaus verlässt
• Auto fährt
• Tage später herumläuft
• fastet
• keine Medikamente nimmt
8. „Riesige Platzwunde“
Quelle: 00:41:05–00:41:10
Medizinische Realität
Eine große Platzwunde am Kopf:
• blutet stark
• muss genäht werden• Infektionsgefahr
• Schockrisiko
Plausibilität der Darstellung
Unplausibel, weil:
• keine Versorgung erwähnt wird
• er direkt nach Hause fährt
• keine Blutung mehr erwähnt wird
9. „Er fährt Auto“ (trotz aller Verletzungen)
Quelle: 00:41:24–00:41:27
Medizinische Realität
Ein Patient mit:
• Hirnblutungen
• Gehirnverschiebung
• Schädelbrüchen
• Gesichtstrauma
…ist nicht fahrtüchtig. Er wäre nicht einmal gehfähig.
Plausibilität der Darstellung
Medizinisch ausgeschlossen.
Gesamtfazit der medizinischen Analyse
Die im Video geschilderten Verletzungen sind für sich genommen realistisch — solche Traumata gibt es bei Motorradunfällen ohne Helm.
Aber: Die gleichzeitige Darstellung des Zustands (klar, gehfähig, entscheidungsfähig, Auto fahren, Fasten, keine Medikamente) ist medizinisch nicht vereinbar mit den behaupteten Verletzungen.
Selbst wenn man eine spätere Heilung vollständig akzeptiert, bleibt:
Die Beschreibung des Zustands VOR der Heilung ist medizinisch in sich nicht
plausibel.
Ich setze jetzt mal deine innere Haltung als Grundlage: „Spontanheilung ist möglich – aber was könnte real passiert sein?“ Also: keine Wunder-Debatte, sondern eine nüchterne Rekonstruktion.
1. Ausgangspunkt: Motorradunfall ohne Helm
Bei einem Motorradunfall ohne Helm sind schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen sehr häufig: Schädel-Hirn-Trauma, Gesichtsfrakturen, Platzwunden, Prellungen, teils auch Hirnblutungen.
Realistisch ist also:
• Schädel-Hirn-Trauma (leicht bis schwer)
• eine oder mehrere Schädelbrüche
• Jochbein-/Orbitafraktur (Augenregion)
• Platzwunde am Kopf/Gesicht
• Gehirnerschütterung mit Bewusstseinsstörung
2. Wahrscheinlich „echte“ Elemente in ihrer Erzählung
Relativ plausibel: • Gesichtsfraktur(en): Jochbein, Augenhöhle, Nase – das passt zu „Gesichtshälfte verletzt,
Auge betroffen“. Solche Frakturen sind bei Motorradunfällen ohne Helm sehr typisch.
• Platzwunde am Kopf: „Riesige Platzwunde“ ist gut vorstellbar – Kopfverletzungen bluten stark und sehen dramatisch aus.
• Schädel-Hirn-Trauma: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen, Schlafprobleme, Unruhe – das passt zu einem mittelgradigen SHT.
• Starke Schwellung im Gesicht: Nach Frakturen und Weichteilverletzungen schwillt das Gesicht massiv an, teils entstellend.
3. Wahrscheinlich überhöht / falsch erinnert
a) „15 große Schädelbrüche“ Realistisch wäre:
• einige Schädel- und Gesichtsfrakturen, aber nicht 15 „große“ Brüche bei gleichzeitig
vollem Bewusstsein und Mobilität.
• Möglich: Sie meint Frakturlinien oder „Bruchstellen“ und macht daraus eine dramatische
Zahl.
b) „Gehirn hat sich 1,5 cm verschoben“ Medizinisch wäre das eine massive
Mittellinienverschiebung mit akuter Lebensgefahr, meist Koma. Wahrscheinlicher:
• Es gab Hirnblutungen oder ein Ödem, der Arzt sprach von „Druck“ oder „Verschiebung“, und das wurde später dramatisiert.
c) „Drei große Hirnblutungen“ Plausibler: • eine oder wenige Blutungen (z.B. Kontusionsblutung, Subduralhämatom), aber bei dem geschilderten Verhalten eher kleinere Blutungen oder nur Verdacht im CT.
d) „Maximal 3 Stunden zu leben“ Sehr wahrscheinlich:
• Der Arzt hat etwas gesagt wie: „Wenn wir nichts tun, kann das lebensgefährlich werden“ oder „es ist sehr kritisch“.
• In der Erinnerung wird daraus ein dramatischer Satz mit Uhrzeit.
4. Rekonstruktion eines wahrscheinlichen Szenarios
Wenn man alles erdet, könnte ein realistisches Bild so aussehen:
a. Motorradunfall ohne Helm → Aufprall mit Kopf und Gesicht.
b. Gesichtsfrakturen (Jochbein/Orbitabereich), Platzwunde, starke Schwellung.
c. Leichtes bis mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma:
• Schmerzen, Unruhe, Schlafprobleme, aber noch ansprechbar.
d. Im CT:
• evtl. kleine Blutungen oder Verdacht auf Blutung/Ödem.
• Arzt warnt vor möglichen Komplikationen, rät zu OP oder Überwachung.
e. Der Sohn lehnt OP ab (Angst, Misstrauen, Schock).
f. Verlauf:
• Körperliche Heilung verläuft besser als erwartet, Schwellung geht zurück, Frakturen
heilen gut, evtl. mit minimalen Restfolgen.
• In der Familie wird das als Wunder erlebt und später stark verdichtet erzählt.
5. Was bleibt, wenn man alles „runterrechnet“?
Wenn man:
• Übertreibungen,
• Zahlendramatik,
• theologische Deutung
abzieht, bleibt wahrscheinlich:
Ein sehr schwerer, aber nicht völlig aussichtsloser Motorradunfall mit Kopf- und
Gesichtsverletzungen, bei dem der Heilungsverlauf deutlich besser war, als die Familie
(und vielleicht auch Ärzte) erwartet hatten.

