Widerstandskraft prüfen!

Zwischen Theologie und persönlichen Machtinteressen besteht ein Zusammenhang. Dem Einfluss giftiger Theologie kann besser vorgebeugt werden, wenn Gläubige lernen, den Manipulationsspielraum, den gewisse Strukturen bieten, realistisch einzuschätzen.

Die Widerstandskraft ist umso größer, je besser die Glaubensgemeinschaft Verhaltensweisen überwinden kann, die zwar verbreiteter Tradition entsprechen, aber mit dem Gebot der Liebe unvereinbar sind.

Fairness (Jes 64,4) ist die unverzichtbare Voraussetzung ungeheuchelter (Rö 12,9) Liebe. Deshalb ist es so wichtig, eine Kultur der Fairness zu pflegen.

Sinnvolle Verhaltensweisen gemäß Mt 23,23 Nur traditionelle Verhaltensweisen
 1. Achte auf enge Verbundenheit mit Jesus Christus,
die zur Beachtung seiner wichtigsten Maßstäbe führt.
Mt 23,23 Die praktische Anwendung der Qualitätsmaßstäbe Jesu Christi ist ein wichtiges Thema in der Gemeinde. Mit ihrer Hilfe wird die Rangordnung biblischer Aussagen hergestellt. Die praktische Anwendung der Qualitätsmaßstäbe Jesu interessiert kaum oder gar nicht. Untergeordnete Aussagen der Bibel können einen höheren Rang als diese Maßstäbe erhalten.
 2. Achte darauf, ob die Würde des Gläubigen respektiert wird,
den Jesus als seinen Freund und Bruder ansieht. (Mt 12,50)
Apg 26,29 / Eph 4,13 Die Lehre hat das Ziel, möglichst alle Mitglieder der Gemeinde zu geistlich ebenbürtigen Mitarbeitern zu machen. Die Hauptamtlichen sehen die Gemeindemitglieder nur als zu Betreuende, deren Streben nach geistlicher Mündigkeit nicht ernst zu nehmen ist.
Luk 22,28.29 / 2.Lor 4,2 / 2.Ti 2,1 Durch besondere Bewährung in einer Aufgabe kann jedes Gemeindemitglied entsprechende Autorität erwerben. Hauptamtliche haben in allen Fragen höchste Autorität, auch in Aufgaben, in denen sie sich vergleichsweise wenig auskennen und bewährt haben
 1.Kor 12, 22-25 / Phil 2,3  Ehrenamtlicher Dienst hat grundsätzlich den gleichen Rang wie die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter, sofern die ehrenamtliche Arbeit hinsichtlich der Gründlichkeit und Qualität ebenbürtig ist.  Ehrenamtliche Arbeit gilt als geringwertiger als die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter, selbst wenn sie hinsichtlich der Gründlichkeit und Qualität ebenbürtig ist.
 Mt 25,40 „Geringe“ Gläubige auf die die Gesellschaft herabsieht, fühlen sich in der Gemeinde wohl.  „Geringe“ Gläubige meiden die Gemeinde.
3. Achte darauf, ob unverkürzt gelehrt und gepredigt wird.
Gal 1,10 Heilsame Bibelworte werden unverkürzt gepredigt: der Gemeinde wird keine Wahrheit erspart, bloß weil man sich vielleicht damit unbeliebt machen möchte. Es ist nicht erkennbar, dass der Prediger die Liebe zu Wahrheit und Gerechtigkeit über den Wunsch stellt, beliebt zu sein.
Deu 21,10 & Mt 19,8 Nöte mit problematischen Texten der Bibel werden offen angesprochen und mit Hilfe der Maßstäbe Jesu aufgelöst. Nöte mit problematischen Texten der Bibel werden totgeschwiegen bzw. verdrängt. Eine Bewertung im Sinne Jesu erfolgt daher nicht.
Mt 7,20-23 / 25,1-13 Der Tenor der Predigt ist: Niemand betrüge sich selbst. Auch einem Mitglied der Gemeinde wird deutlich gemacht, dass schädliches Verhalten, das zu den Grundsätzen der Liebe in Mt 23,23 in Widerspruch steht, nicht toleriert werden kann. Der Tenor der Predigt ist: „Leute, ihr seid alle ok. Aber es könnte etwas mehr sein.“ Bereits der Besuch der Gemeinde gilt als Beweis für die richtige Einstellung, sodass auf eine Korrektur verzichtet werden kann.
Apg 7,56 / Gal 2,5 Jeder hat das Recht, von der Tradition abweichende Erkenntnisse vorzutragen, wenn sie biblisch gut begründet sind und de Qualitätssicherung dienen. Der Informationsfluss wird mutwillig behindert oder seine Störung wird geduldet, um bibelgemäße Argumente ignorieren zu können.
  4. Achte darauf, ob Gemeindelehrer korrigierbar sind.
 Amos 7,12-15 / 3.Jo 10,11  Die Gemeinde nimmt Korrektur von außen an, wenn sie auf Missstände oder Gefahren hingewiesen wird. Korrektur von außen wird grundsätzlich als Angriff auf die Gemeinde empfunden und nicht an den Qualitätsstandards Jesu geprüft.
 1.Tim 5,9 Wenn zwei oder drei Gläubige auf Fehlverhalten eines Gemeindeleiters hinweisen, ist dieser bereit sich an der Bibel prüfen zu lassen.   Auf Beschwerden über falsches Verhalten des Leiters wird erst dann reagiert, wenn sich eine starke Fraktion gegen ihn gebildet hat.

 . 5. Achte darauf,
ob die schwachen Geschwister vor Unrecht geschützt sind.

Dan 12,2 / Jes 28,6 /Mt 5,6 / 2.Tim3,16 Der Aufruf sich an Jesus zu orientieren schließt das Bemühen ein, die Gemeinde Liebe zur Gerechtigkeit zu lehren, damit in der Gemeinde ein faires und gerechtes Miteinander aller Gläubigen, die zum Leib Christi gehören, möglich ist und sie in der Welt Salz und Licht sein kann. Der Aufruf sich an Jesus zu orientieren beinhaltet nur das eifrige Streben nach Verbesserung des privaten moralischen Niveaus. Die Aufarbeitung von Unrecht in der Gemeinde ist eine Privatangelegenheit und gehört nicht dazu.
 Mt 5, 25-26  Es wird daran erinnert, dass der Gläubige Unrecht in Ordnung bringen und sich mit Geschwistern versöhnen sollte. Unrecht zwischen Gläubigen ist deren Privatangelegenheit, in die sich die Gemeinde nicht einmischen sollte.
 1. Kor 6,1 ff / Mt 5,25 / Rö 13,1-5 Geschädigte Gläubige haben ein Recht, ihre Sache vor Gericht zu bringen  Es wird erwartet, dass Geschädigte auf Inanspruchnahme des weltlichen Gerichts verzichten und den Schaden tragen, selbst wenn die Gemeinde mit einer fairen Schlichtung überfordert ist. (Gift Nr 30)
 Mt 18,15 ff Konflikte werden nach dem dreistufigen Verfahren bearbeitet, das Jesus vorgegeben hat: 4-Augen-Gespräch, Mediation, Entscheidung der Gemeinde.  Konflikte werden möglichst bagatellisiert und bleiben unbearbeitet. Oder man ergreift gar Partei für den Stärkeren, da man so am schnellsten wieder Ruhe hat.
 1.Thess 5,22 Die Konfliktschlichtung ist die Aufgabe ehrenamtlicher Mitglieder, damit die Entscheidungen nicht in den Verdacht der Befangenheit geraten.  Die Konfliktschlichtung ist das selbstverständliche Recht von Personen, die Einkommen aus der Gemeinde beziehen.
 Mk 7,11  Die Gemeinde ist darüber informiert, dass sie weder Spenden noch Mitarbeit einzelner Personen annehmen darf, die Angehörigen und Geschädigten geschuldet werden.  Über das Thema der unerlaubten Spende („Korban„) wird selten oder gar nicht gepredigt.
 Ri 19-20 / Spr 18,10 Ein Außenstehender, der durch ein Mitglied der Gemeinde geschädigt wird, darf darauf vertrauen, dass er angehört und seine Sache gerecht entschieden wird.  Der Schaden von außen stehenden Gläubigen, die zum Leib Christi gehören, wird nicht ernst genommen, sondern nur die Anliegen der Gemeindemitglieder.

 

 

 

 

Artikel aktualisiert am 09.03.2022

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