„Erhellendes zu Markus Spiekers Jesus-Welt-Geschichte“:

(50-Seiten-Broschüre und Hörbuch)

 

PDF – Broschüre    (ca. 50 Seiten)

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Aktuelle Version der Broschüre: 09-02-2024 

Aktuelle Version der Hörversion: 03-02-2024 

Die neuen Versionen konnten dank konstruktiver Kritik wesentlich verbessert werden, insbesondere das 15., 18. und 19. Kapitel. Unter der Fußnote Nr. 169 wurde ein Verweis zum Aufsatz „Heldenmythos – Heldenwahn?“ eingefügt.

Unter Fußnote Nr. 128 wurde ein Verweis zum Aufsatz „Heilstatsachen“ eingefügt.

Unter Fußnote Nr. 129 wurde ein Verweis zum Aufsatz „Was ist glaubenszerstörende Bibelkritik?“ eingefügt.

In Kap. 15 wurde ein Abschnitt „Nahrung / Impfstoffe“ eingefügt.

S. 28, 4. Absatz geändert. / S. 48 wurde der 6.Absatz betr. die „erwählten Könige“ geändert.

S. 48 wurde der 5.Absatz geändert. /  S.50 wurde der 5. und 6. Absatz geändert.

S. 28 wurde der 4.Absatz geändert (Luthers subjektive Gründe für Optimismus)

S. 36 wurde der 4.Absatz geändert

S. 44 Neue Absätze 1 und 2 (Vergleich Handwerksmeister)

S. 48 Neuer Absatz: Luthers fleißiges Gebet und Taubheit für Gottes Antwort

S. 51 Neuer Absatz 5: Konkrete Vorteile der neuen Sichtweise für Gesundheit und Spiritualität

S. 52 Neuer Absatz 1: spannende Auslegung bisher ungenützter Texte zwecks Schärfung des Urteilsvermögens

S. 52 Neuer Absatz 2: Beispiele für hilfreiche Bibelauslegung im traditionellen Stil

S. 22 Lebensbedingungen zur Zeit Luthers gekürzt / geändert.

S.41  ergänzt: bessere Legitimation der Könige durch Sklavenbefreiung

S.49 wurde ein Verweis auf einen Vortrag von S. Zimmer zur Apokalypse des Johannes eingefügt.

S.30 Anm.111: fehlerhafte Quellenangabe wurde am 9.2.24 korrigiert: stilkunst.de/lutherbibel-1545/Hebr/hebr-vorrede.php

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Beginn der Prüfungsphase Juli 2023.

 

 

 

Artikel aktualisiert am 19.02.2024

12 thoughts on “ „Erhellendes zu Markus Spiekers Jesus-Welt-Geschichte“:

(50-Seiten-Broschüre und Hörbuch)

  1. Vielen Dank für Deine Beschäftigung mit Spiekers Jesus-Buch und Deine ausführliche Besprechung. Es ist schon ein paar Tage her, dass ich sie gelesen habe und ich habe mich sehr darüber gefreut. Zum einen merkt man Dir Deine Leidenschaft für das Evangelium an, zum anderen ist die Akribie Deiner Arbeit beeindruckend. Du „beackerst“ darin mehrere Themenfelder (Bibelverständnis, Irrtumslosigkeit, Glaubens- und Heilsgewissheit…), was bei mir dazu geführt hat, dass mir das Ziel deines Schriebens bei fortlaufender Lektüre immer unklarer geworden ist. Ich hatte häufig den Eindruck, dass es stark biographisch geprägt ist und Deine persönliche Krankheits- und Glaubensgeschichte darin vor dem Hintergrund des Spieker-Buches reflektiert wird. Diese wird dann genutzt, um Kritik an bestimmten (z.B evangelikalen Fehl)-Entwicklungen zu üben. Das ist legitim, verstärkte bei mir aber die Unsicherheit darüber, welches Zielpublikum Du mit Deiner Replik ansprechen möchtest und wer davon einen Nutzen haben könnte.
    Große Hoffnung hat bei mir dabei das letzte Kapitel „Neue Freude an der Bibel“ gemacht. Ich stellte mir die konkrete Frage: „Wie gewinne ich nach der von Christian zur Gesundung meines Glaubens vorgeschlagenen Dekonstruktion bestimmter Überzeugungen nun neue Leidenschaft für Jesus?“ Leider wurde ich enttäuscht, da das letzte Kapitel trotz der verheißungsvollen Überschrift, sich wieder fast vollständig mit dem Aufzeigen des Negativums zufriedenstellt. Dies zeigt sich zum Beispiel an einigen Formulierungen: „destruktive Dimension“, „zweckentfremdet“, „missverstanden“, „religiöse Egozentrik“, „geistlich unterbelichtet“, „Selbstüberhebung“, „Narzissmus“, „Unfähigkeit, realistisch über sich selbst…nachzudenken“, „unvorsichtig“, „schwaches Bedürfnis“, um nur einige zu nennen. Sollte dem so sein, wünsche ich mir konstruktive Aussagen darüber, wie ein gesundes Bibelverständnis zu einem gesunden Leben führt. Doch auch hier bleibst Du im Vagen: Du sprichst davon, dass es „dabei nicht bleiben muss, wenn die Verheißung ernst genommen wird: der Heilige Geist will den Buchstaben gebrauchen um lebendig zu machen“ und beziehst Dich bei dieser Inspiration auf das „Geschenk des Vaters im Himmel, das er geben, aber auch wieder versagen kann“. Als zentrale Aussagen hebst Du hervor, dass Inspiration nötig sei, „damit der Buchstabe nicht tötet.“

    Lieber Christian, ich hätte mir klare Aussagen darüber gewünscht, wie denn nun ein Bibelstudium gelingen kann, das mit „Liebe und Wahrheit, den (…) Axiomen des Glaubens“, im Einklang steht. Hier gibt es eine Menge zu sagen und von erfahrenen Christen sowie Vätern und Müttern des Glaubens erlebte und im Gebet erworbene Einsichten. Da diese fehlen, ist nicht nur die Überschrift des letzten Kaptels irreführend, sondern bleibt für mich die gesamte Replik vage appellativ und überhaupt nicht konstruktiv, schon gar nicht in Bezug auf die persönliche Nachfolge und auf seelsorgerliche Fragen. Das ist umso verwunderlicher, da sie, wie oben beschrieben, m.E. seelsorgerliche Bezüge aufweist und Menschen in der Nachfolge (deren wichtiger Teil das Schriftverständnis sehr wohl ist…) korrigieren möchte. (…)

    1. vielen Dank für deine Beurteilung. Zusammengefasst hast du mir drei Fragen gestellt:

      1. wie denn nun ein Bibelstudium gelingen kann, das mit „Liebe und Wahrheit, den (…) Axiomen des Glaubens“, im Einklang steht.
      1.a. (in Bezug auf persönliche Nachfolge und seelsorgerliche Fragen)
      2. Wie gewinne ich nach der von mir zur Gesundung meines Glaubens vorgeschlagenen Dekonstruktion bestimmter Überzeugungen nun neue Leidenschaft für Jesus?“
      3. welches Zielpublikum der Text hat.

      Deinen Fragen entnehme ich, dass du den Verweisen in den Fußnoten der Broschüre „Erhellendes…“ nicht nachgegangen bist. Das ist sehr schade. Die sind allerdings genauso wichtig wie der Haupttext selber, da ich mir ja genau diese Fragen schon sehr früh gestellt habe. Dass man sich nicht im Destruktiven erschöpft (und damit auch nichts bewirkt) sondern es durch Konstruktives ersetzen muss, versteht sich von selbst. Genau das tue ich. Mein Broschüre wollte ich allerdings auf 50 Seiten beschränken, einmal aus Kostengründen (da andernfalls eine teurere Bindung nötig wäre) zum anderen auch infolge der Erfahrung, dass bei vielen Lesern die Geduld zum Lesen eines längeren Textes ohnehin fehlt.

      Danke aber, dass du mich auf diesen Eindruck hingewiesen hast, so dass ich nachbessern kann.

      Zu Frage 1. Wie konkret den Axiomen entsprechende Bibelbetrachtungen aussehen können, findet man unter der Menüabschnitten „Inspirierte Impulse“ sowie „Heilsame Bibellehre“

      Konkrete Textbetrachtungen sind z.B. zu Römer 7: (matth2323.de/sich-seiner-inneren-zerrissenheit-stellen/), Apg 1, 11: (matth2323.de/wo-finden-wir-geborgenheit/), zu Apg 2 (matth2323.de/gott-ist-dir-nah/) sowie vieles andere unter „Lectio divina“ (isa-institut.de/lectio.html). Aber warum soll ich hier viele Beispiele liefern, warum Eulen nach Athen tragen? Evangelikale Bibellehrer predigen in ähnlich sinnvoller und guter Weise über viele Bibeltexte, eben über die Texte, die nicht durch menschliche Unzulänglichkeit kontaminiert sind. Es liegt mir völlig fern, das in irgendeiner Weise zu negieren oder geringzuschätzen.

      Mir fehlt nur die dringend notwendige Warnung vor menschlichen Fehlleistungen in der Bibel, die gefährliche Folgen haben können. Dazu höre ich von etablierten Bibellehrern nichts.

      Eine große Besonderheit indes sind von mir konstruktive Bibelauslegungen zu Texten, mit denen bisher meines Wissens kaum jemand etwas anfangen konnte, weil sie eben mit Hilfe der Axiome Liebe und Wahrheit neu bewertet werden müssen, wie zB. die Jephta-Geschichte (matth2323.de/was-taugen-geluebde/), der Bericht über die Rache der Gibeoniter (matth2323.de/die-rache/), das Hohelied Gutes (matth2323.de/hohelied/) und der Eidbruch Davids zum Nachteil von Simei (matth2323.de/was-lehrt-uns-der-bericht-von-simei/ ).

      Hier zeige ich, wie das spirituelle Urteilsvermögen an diesen Texten konkret geübt werden kann.

      1a. Bibelstudium persönliche Nachfolge betreffend:

      Ganz wichtig: über wichtige Punkte zur Vertiefung der Beziehung zu Gott informiert matth2323.de/verbindung-zu-gott-aufbauen/.

      Ebenfalls ganz wichtig: vor ethischen Scheininhalten, die durch Duldung der Lüge in der evangelikalen Bibellehre entstehen, wird gewarnt durch matth2323.de/ethikparadox/.

      Unter matth2323.de/giftige-theologie werden 30 seelsorgerlich relevante Gefährdungen in der evangelikalen Ethik entsprechend der Axiome „Liebe“ und „Wahrheit“ analysiert und repariert. Besondere Bedeutung kommt darin der Sexualethik zu, (matth2323.de/gift-nr-01/), der ich eine sehr ausführliche Bearbeitung gewidmet habe.

      Ist das jetzt konstruktiv genug?

      Zu Frage 2. (Wie gewinne ich nach der von mir zur Gesundung meines Glaubens vorgeschlagenen Dekonstruktion bestimmter Überzeugungen nun neue Leidenschaft für Jesus?)

      Die Frage erstaunt mich: Die klare Identifikation von Werkgerechtigkeit im Hebräerbrief (matth2323.de/risiko-hebraeerbrief/), in Teilen der Offenbarung und anderen Textteilen hatte meine Seele und die Seele anderer von der Glaubensschizophrenie endgültig und erfolgreich befreit d.h. sie von der Angst befreit, Gott und Jesus wären Persönlichkeiten mit zweideutigen Charaktereigenschaften, denen man nicht vertrauen könne (einerseits das Versprechen von Barmherzigkeit und Liebe, andererseits Destruktivität, Scheinheiligkeit, Parteilichkeit). Wobei ich ehrlich zugebe: jahrzehntelange Angst vor der Hölle hat meine Emotionalität so beschädigt, dass sich eine leidenschaftliche Gefühlswelt nur in sehr kleinen Schritten entwickeln wird. Wesentlich helfen dabei würde mir, wenn das dreiste Lügen in der Theologie aufhören und endlich als Sünde erkannt und bekämpft werden würde. Doch die Schäden, die bei Christen durch den evangelikalen Bibelwahn angerichtet worden sind, interessieren leider auch heute noch kaum einen Bibellehrer.

      „Leidenschaft für Jesus“ – das klingt sehr fromm. Ich bitte zur bedenken: auch in christlichen Sekten sowie in der katholischen Kirche gibt es religiöse Euphorie, „Leidenschaft“ für Jesus und den teilweise missverstandenen Glauben. Wenn man aber gleichgültig ist gegenüber dem Leid, das die Irrtumslosigkeitsdoktrin im Leben anderer anrichtet (matth2323.de/notfall-berichte/), wenn man zumindest ahnt, dass die Notfall-Berichte wahr sein könnten, aber wegschaut…. und damit hartnäckig gegen die durch 1Kor 12,26 eingeforderte Fürsorgepflicht sündigt, wie ist dann die „tiefe Leidenschaft für Jesus“ einer solchen Person zu beurteilen? Ist das wirklich der Heilige Geist, der „Leidenschaft“ bewirkt? Ich kann es mir nur mit großer Mühe vorstellen! Jesus identifiziert sich ja mit den geringsten Gläubigen (Mt 25,40!). Wer seine geringsten Freunde ignoriert (was der evangelikale Mainstream zur Zeit ganz selbstverständlich tut), ignoriert in irgendeiner fatalen Weise auch Jesus. Was kann dann „Leidenschaft für Jesus“ noch bedeuten? Es würde mich nicht wundern, wenn es einfach nur egoistischer religiöser Gefühlsgenuss ist. Können solche Leute meine Freunde sein?

      Zu Frage 3. Auch die Frage nach der Zielgruppe erstaunt mich. In evangelikalen Gemeinschaften ist eine offene und ehrliche Sprache und Diskussionskultur nach wie vor unerwünscht – diese Angst vor dem ehrlichen offenen Wort ist übrigens für Sekten durchaus typisch. (matth2323.de/irrlehre/#sekte_methode) Einer hat vor dem anderen Angst, durch Kritik an bösartigen Bibelstellen als „ideologisch unzuverlässig“ angesehen zu werden. 15 Jahre lang bettelte ich bei Pastoren, dass meine Internetseite, die meines Wissens selten gründlich über die Mechanismen des religiösen Missbrauchs berichtet, in den Gemeinden vorgestellt wird. Ich erwarte dabei keinesfalls Zustimmung. Mir würde schon der Hinweis genügen, dass sich ein geschädigter Mitbruder zum Thema der Manipulation in der Gemeinde umfassend Gedanken gemacht hat und sie zur allgemeinen Diskussion stellt. Schon aus Gründen der Fairness sollte man Missbrauchsgeschädigte wie mich zu Wort kommen lassen – zumal mein Hauptanliegen ja positiv ist und viele gute, brauchbare Anregungen von mir kommen. Das ist eigentlich eine Frage minimalen Anstands.

      Doch man will es bis heute nicht. Das Leid, dass mit einer zweideutigen Gottesvorstellung verbunden ist und viele Menschen verzweifeln und den Glauben wegwerfen lässt, interessiert niemanden. Wieviel spirituelle Autorität kann so jemand haben? Von jemand, der über Gott, über die Liebe und die Wahrheit belehrt, erwarte ich ein gewisses Maß an Rückgrat. Und hier werde ich enttäuscht, bitter enttäuscht. Auch dazu habe ich einen aufschlussreichen Beitrag geschrieben: matth2323.de/hierarchie-und-inspiration/.

      Wer sich Fragen nicht stellen kann, die sich aus dem Text automatisch ergeben, sondern sich ins Phraseologische und Verlogene flüchtet, der sollte erkennen, dass er kein Recht hat, andere über den Glauben zu belehren. Und das ist eben ist meine Zielgruppe: in erster Linie Gläubige, die meinen, andere über den Glauben belehren zu können. Und das ist der größte Teil von ihnen.

      Ich hoffe, dass diese Auskunft deine Fragen beantworten konnte.

      1. Lieber Christian,
        danke für Deine Ergänzungen. Es freut mich, dass du zu den angesprochenen Dingen, v.a. zu den praktischen Umsetzungen, in verschiedenen Artikeln geschrieben hast. Als Freund kontemplativen Gebets finde ich besonders den Verweis auf die Lectio Divina spannend. Allerdings habe ich solche Hinweise in der Replik vermisst. Ansonsten reizen die von Dir angesprochen Themen mich nicht wirklich, gleichwohl auch ich verschiedentlich über die Themen Nachfolge, Heiligung etc. geschrieben habe ( ….) Tatsächlich fehlen mir an dieser Stelle aber auch Zeit und Lust, um den Fußnoten einerseits und Deinen Artikeln in ihrer Fülle andereseits nachzugehen.
        Ich vermute, dass es den von Dir angesprochenen Pastoren ähnlich geht – vielleicht ist es auch eine Frage des Formats? Mitunter liegt die Kunst auch in prägnanter und konzentrierter Form! Solltest Du weiterhin den Wunsch nach einer größeren Verbreitung Deiner Gedanken haben, empfehle ich Dir entweder Podcast- und/oder Blog-Formate sowie die Vernetzung mit anderen Bloggern und Nutzung bestehender Strukturen. Stelle doch mal eine Anfrage an die theolog. konservative Blogplattform biblipedia.de (http://biblipedia.de/ hier veröffentlichen einige Dutzend Blogger regelmäßig ihre Beiträge, die dann auch auf Facebook erscheinen). Dadurch hast Du natürlich gleich eine viel größere Reichweite. Ich wünsche Dir auf jeden Fall von Herzen viel Segen für Deine Arbeit.

        1. Lieber Bruder,

          Ein anderes „Format“ würde am Desinteresse etablierter evangelikaler Bibellehrer an den berechtigten Warnungen vor Lüge und Manipulation nicht das Geringste ändern, wie sich übrigens aus meiner Antwort Nr. 2 und 3 zu deinen Fragen ergibt.

  2. Lieber Christian,

    eben habe ich um Weisheit für diese Zeilen gebeten, die wir auf eine Bitte aus dem von Dir nicht so
    sehr geschätzten Brief des Jakobus (Jak. 1,5) bekommen (wenn wir darum bitten und nicht
    zweifeln).Umgeben bin ich von Notizen für diese Zeilen. Zu allererst erlaube ich mir den Hinweis auf ein
    Faltblatt des Gemeindehilfsbundes: „Ist Gott ein `launisch-boshafter Tyrann `? Eine Verstehenshilfe
    für biblische Gewalttexte“ verfasst vom Prediger Johann Hesse, mit dem ich mich öfter schon
    telefonisch, per Mail und auch bei einem Treffen in München persönlich ausgetauscht habe. Nach
    meiner Wahrnehmung ist er ein aufrichtiger Mann, der beim Gemeindehilfsbund einiges verfasst hat
    und unangenehmen Fragen nicht ausweicht. Er könnte Dir eine Hilfe sein. Das Faltblatt kannst Du
    beim Gemeindehilfsbund kostenlos anfordern. Ich erinnere daran, daß ich Dir das Buch „Siehe, das ist unser Gott“ von Frederic Thomas Wright zukommen ließ sowie Dir einen Aufsatz von Franz-Graf Stuhlhofer sandte, in welchem er sich damit auseinandersetzt, was in der Bibel Wort Gottes ist und was nicht.

    Nach einigen Bibeltexten ist Gott unausforschlich, siehe das Stichwort über eine Konkordanz.
    Das völlige Ausforschen können die sündlosen, nicht gefallenen Engel nicht und wir gefallenen
    sündhaften Menschen erst recht nicht. Nur was er offenbart, damit können wir umgehen, wenn wir
    richtig sehen und richtig hören. …

    Wir sollten davon Abstand nehmen, unsere Auffassungen und unsere Erkenntnisse als quasi allein
    seligmachend anzusehen. Sie sind bestenfalls ein Puzzleteil im unausforschlichen Gesamtbild
    Gottes. Ein Stückwerk, wie Paulus in 1. Kor. 13 schreibt. Wenn „uns“ wichtig ist, wenn es uns
    wichtig ist unser Werk zu stützen, zu schützen, zu verteidigen, z.B. u.a. die Gemeinde, der wir
    angehören, um jeden Preis zu erhalten, dann, so denke ich, steht noch das Standbild aus Daniel 3 in
    unserem Herzen und der Stein Jesus Christus hat es noch nicht zum Einsturz gebracht. Das gilt nach
    der „Balken-Splitter-Regel“ aus der Bergpredigt zuallerst für mich und erst dann für andere, z.B.
    Dich.

    Was von Crosspaint TV gut rüberkommt, ist, wie sehr Gott die Sünde h a s s t (auch die sog.
    kleinen). Von daher verstehen gerade wir humanistisch „gebildeten“ Menschen in den westlichen
    Ländern nicht alles, was Gott tut. Wenn Du Dich dem Humanismus verschreibst, dann bedenke,
    was unter seiner Flagge schon alles angerichtet worden ist und was da noch alles passieren wird.
    Dann bist Du in der Konsequenz für soziale Abtreibungen (medizinische lehne ich in eng
    begrenztem Rahmen nicht ab, schon weil diejenigen, die auch diese ablehnen, anderen Lasten
    aufbürden, die sie selbst nicht unbedingt nicht tragen wollen, das ist ein Aspekt, wo ich mit Dir
    wahrscheinlich übereinstimme), in der Konsequenz für LGBT, für die Rettung der Erde statt dem
    Weg in den Himmel. In der Konsequenz bist Du für den Geist der Frankfurter Schule, für
    Bultmann, ob Du es willst oder nicht. Ehrlich gesagt mag ich unter der Herrschaft des Humanismus nicht leben, denn dieser führt zur Herrschaft des Antichristen.

    Wenn Du Dich nur auf das Leiden wegen falsch verstandener Bibelstellen fixierst, nur auf Pastoren usw., die in Gemeinden und anderen kirchlichen Einrichtungen genauso herrschen wie die Herren der Welt, dann gleitest Du ab, wenn es nicht schon der Fall ist. Es ist nicht falsch, dies alles zu tadeln und nicht unter den Teppich zu kehren, das meine ich nicht. Aber es ist nicht alles.

    Du drehst Dich in der Konsequenz im Kreis. Deine 44 Seiten belegen das. Du wiederholst, was Du bereits vor Jahren geschrieben hast. Ich sage Dir, ich möchte wachsen, in der Liebe, der Erkenntnis und der Furcht des HERRN (letzteres sollte am Anfang stehen). …

    Denke nicht, daß ich Deinen Schmerz überhaupt nicht verstehe bzw. nicht verstehen will, daran vorübergehe. Täte ich das, wäre ich wie die Priester im Gleichnis vom barmherzigen Samariter.
    Im Buch „Überrascht von Liebe“ wird ab Seite 18 der Schmerz von Hagar beschrieben, die davor
    stand, daß ihr einziger Sohn verloren ging. Es berührt mich, wie Gott diesen Schmerz verstand bzw.
    noch mehr, mitfühlen konnte, weil er selbst ihn ja noch intensiver kannte, in der Hingabe seines
    einzigen Sohnes (gleiches ja bei Abraham in der verlangten Opferung Isaaks oder bei Jakob im lang
    andauernden Verlust von Josef). Dein Schmerz ist das, was Du lange Zeit als geistlichen Mißbrauch
    erlebt hast. Ich lernte diesen auch etwas kennen, wenngleich nicht in dieser Intensität wie
    vermutlich Du, davor wurde ich durch rechtzeitigen Austritt aus unserer damaligen Gemeinde
    bewahrt, was ich danach von glaubwürdigen Geschwistern erfuhr. Aber es reicht, Dich zumindest
    ein wenig verstehen und mit Dir mitfühlen zu können. Das Buch „Die zerstörerische Kraft des
    geistlichen Mißbrauchs“ habe ich gelesen. Habe ich Dir ja mitgeteilt. Geradezu ein Paradebeispiel
    dafür ist Ivo Sasek. Und nicht nur er. Nach Jesu Worten gibt es in der Endzeit viele falsche
    Propheten. Hüten wir uns davor, nicht auch dazu zu gehören !

    Wechseln wir doch vom Schmerz des Selbstbemitleidens zum Schmerz der Nachfolge Jesu (ich
    hoffe für mich, wenn ich mich dem Wirken des Hl. Geistes unterwerfe, hier wechseln zu können, es
    ist unstrittig ein schmerzhafter Prozeß). Wenn wir von egozentrischen Menschen geplagt werden,
    fordert uns der HERR auf, über unsere eigene Egozentrität nachzudenken und uns durch Plagen wie
    diese in sein Bild verwandeln zu lassen. Damit habe ich zu kämpfen wie sicherlich auch Du. Wer
    schwach und angefochten ist, zu dem sollen wir uns hinabneigen (ohne geistlichen Stolz und
    dergleichen) und ihm aufhelfen. Im Buch „Überrascht von Liebe“ steht dazu auf Seite 47:
    „Evolutionär gesehen ergibt Liebe wenig Sinn. Das Konzept „Überleben des Stärkeren“ belohnt
    Eigenschaften wie Furchtlosigkeit und Aktionen wie Selbstverteidigung. Dinge wie Verletzlichkeit
    und Liebe dagegen nicht. Während die Evolution besagt, daß der Stärkere alles tun muss, um zu
    überleben, ist die Liebe selbstaufopfernd und stellt die Bedürfnisse der Schwächeren oft an die erste
    Stelle.“ …
    ….
    Zu Deiner Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität: … bedenke: Wenn wir Barrieren abbauen, landen wir am Schluß bei der Pädophilie. Das willst Du doch ganz sicher nicht, oder ? Dazu gibt es beim bereits erwähnten Gemeindehilfsbund eine kleine Schrift von Johann Hesse mit dem Titel „Gott kann verändern – drei Lebensberichte über die Neuausrichtung der Sexualität“ (ebenso wie das erwähnte Faltblatt kostenlos erhältlich). Wir sollten weit eher uns in solche Richtungen orientieren und das tue ich
    auch. Lieber eine gewisse Qual als eine Ungewißheit bezüglich der Ewigkeit, da denke ich jetzt, ich
    weiß, nicht so wie Du…Das tue ich nicht aus Angst, sondern weil ich denke, den Willen des HERRN in
    seiner Gesamtheit zu sehen. Angst ist ein schlechter Ratgeber, genauso die Einbildung, sich beim
    HERRN beliebt machen zu können.
    ….

    Einzelnotizen zu Deinem Essay, wenn ich denn ihn als solchen bezeichnen darf:

    zu Seite 18/44 Zitat 62: Zu Personen wie Frau Ranke-Heinemann stehe ich ehrlich gesagt auf
    Distanz, ich sehe im Wirken solcher Personen in summa nicht den Geist Gottes, was nicht heißt,
    daß alles falsch ist, was sie sagen. Das ist ja das Problem: Die Vermischung von Wahrheit und
    Irrtum, Synkretismus eben – hüten wir uns doch davor !

    zu Seite 11/44 Zitat 33: Ich besitze die 5. Auflage, da steht nach meiner Erinnerung das nicht drin,
    was Du zitierst. Ehrlich gesagt bin ich traurig, weil Du dieses wirklich wunderbare Buch mit dieser
    Zitierung abwertest. Das hat es nicht verdient !! Betrachte eine Seite wie Crosspaint in seiner
    Gesamtheit, nicht nur das, was Dir mißfällt (ich habe den jungen Leuten jedoch auch schon Kritik
    geschrieben, so ist es nicht).

    zu Seite 29/44: M.E. interpretierst Du Lukas 12,10 nicht richtig. In der Schlachter ist von einem
    „einzigen Wort“ überhaupt nicht die Rede. Die Sünde wider den Heiligen Geist ist ein lebenslanger
    Prozeß und da ist Gott genauso geduldig wie bei anderen Sünden auch.

    …Versuche, Dein Blickfeld zu erweitern, mit Gottes Hilfe und es wird Dir gelingen ! Ich denke, wir werden einmal gerade in dem reichlich getröstet, in dem wir auf dieser sündenverfluchten Erde besonders gelitten haben.Ich denke an das Wort Jesu in Joh. 5,39 und an die Worte über den Buchstaben in Römer 2,27 bzw. 2. Kor. 3,6. Daran gehen die Pharisäer unserer Tage vorbei. Ich bin dankbar, daß ich über Dich das
    Buch „Die Pharisäerfalle“ kennenlernen durfte, das von Tom Hovestol. Es gibt auch das noch von
    Joshua Harris (das besitze ich auch), der sich ja vom Christentum losgesagt hat; eine Warnung für
    uns alle !

    1. In deiner Antwort erscheinen mir einige Anregungen als brauchbar. Vielleicht liest du die neue Version noch einmal ab Kapitel 15. Ich habe wichtige Verbesserungen ergänzt, die manche Rückfrage und Diskussion ersparen könnten. 

      Kapitel 6. hatte die Überschrift Das genaue Hinsehen – unverzichtbar für ein verlässliches Urteil
      Genau hinsehen – das ist das Problem. Es scheint scheint ja den meisten Gläubigen unendlich schwer zu fallen – auch dir. 

      Zum Thema Sexualität: Den Prediger Johan Hesse kenne ich persönlich, ich habe mit ihm über die Thematik der Selbstbefriedigung gesprochen, und festgestellt, dass er blind nachplappert, was er irgendwo gelesen hat, und sich der Gefahr verbotener Triebabfuhr für die Partnerfindung gar nicht bewusst ist. Mein Eindruck: ein liebenswerter  Mensch mit sehr wenig Weitblick. Ich kann mir auch sparen, was er über Gewalttexte in der Bibel schrieb: denn hättest du etwas Hilfreiches gefunden, was die Bösartigkeit von 4.Mose 31,14-18 entschärft, dann hättest du es mir ja schon mitgeteilt.  Er weiß also nichts Konkretes dazu, redet aber – wie weiland auch Frau Dittmann – viel  um den heißen Brei herum, damit der Eindruck entsteht, er wüsste doch etwas. 

      Ich habe in aller Deutlichkeit ausgeführt, worin die Gefahren des Masturbationsverbots liegen. (das Risiko des ungeeigneten Partners)  Aus der Seelsorge sind schreckliche Beispiele bekannt. Wenn dir die Betroffenen gleichgültig sind und du meinst, dass das Leid – das in erster Linie auch die Kinder zerstört – zumutbar ist (Hauptsache dem Buchstaben wurde genügt), dann ist dir nicht zu helfen. 

      Eben die Unbarmherzigkeit des überzogenen Verbotes bewirkt das, was man eigentlich vermeiden wollte, den gänzlichen Verlust des Vertrauens in die Ethik. 

      Du behauptest, „wenn wir Barrieren abbauen, landet man bei der Pädophilie“. Das ist Unsinn. Was Pädophilie anrichtet bei Kindern weiß jeder. Ich kann dem nur entnehmen, wie schwach bei dir der Eindruck des wichtigsten Gebotes in Mt 23,23 geblieben ist, dass du allen Ernstes meint, die dort geforderte Barmherzigkeit genüge nicht, um vor Pädophilie zu schützen und man brauche deshalb noch zusätzliche Barrieren. Für Wilberforce hat der Gedanke an die Liebespflicht genügt, 18 Jahre gegen die Sklaverei (die die Bibel erlaubt) zu kämpfen und sie schließlich abzuschaffen.

      Pädophilie ist unbarmherzig und ein Verbrechen. Das Masturbationsverbot ist ebenfalls  unbarmherzig, kurzsichtig und dumm. Berücksichtigt man die Folgen der vielen unglücklichen Ehen, kann man es gut und gerne ebenfalls als Verbrechen bezeichnen. Ich kenne etliche Leute, die heute sehr sittenstreng und heilig auftreten und gar nicht müde werden, vom Zorn, ja dem HASS Gottes über die Sünde der Selbstbefriedigung zu reden, und die damit die Schuldgefühle eines zügellosen Lebens in der Jugend kompensieren. Ihnen fällt gar nicht auf, wie unfair das ist, harmlosen und gutwilligen Jugendlichen einen ständigen Gewissenskonflikt wegen „peanuts“ aufzuladen.  

      Eben zu dieser Erkenntnis kann das Buch von Ranke-Heinemann wunderbar verhelfen: wie skrupellos die Kirche seit Jahrtausenden die Seelen mit überzogener Sexfeindlichkeit gequält hat  – alles im Interesse der Macht über die Gewissen. Du liest das Buch nicht, belehrst mich aber, dass ich „versuchen soll, mein Blickfeld zu erweitern!“ Das ist doch grotesk!  Bemerkst du wirklich nicht den Unterschied zwischen uns? Ich bin bereit, Andersdenkende anzuhören und das, was gut an ihren Argumenten ist, anzuerkennen. Gerade weil der Kontrast zu den Argumenten  Andersdenkender so groß ist, gibt er  die Chance, Wahrnehmung und Urteilsvermögen zu schärfen. Eine Chance, auf die evangelikale Päpste in ihrem unangebrachten Sendungs- und Selbstbewusstsein gerne verzichten.   Die viel gepflegte Tugend der Ignoranz, auf die man auch noch stolz ist.  Du zeigst damit den denkbar schmalsten geistigen Horizont, indem du nicht einmal bereit ist, die Argumente der anderen Seite anzuhören. Nicht einmal dann, wenn ich es gelesen habe und dir sage, dass viele Argumente darin sehr gut sind. Aber mach die Augen ruhig weiter zu!

      Ich frage mich , wozu ich den Essay überhaupt geschrieben habe? Meine Absicht war, endlich zu erreichen, dass in den Gemeinden angemessen über destruktive Impulse in der Bibel informiert wird, damit nicht bei etlichen Gläubigen die Glaubensfreude unversehens schrumpft und sie nicht einmal wissen warum. Glaubensstärkende Alternativen im Bibelverständnis müssen bekannt gemacht werden. Notfall-Berichte müssen ausgewertet werden dürfen. Denen, die bereits geschädigt wurden, muss auch materiell geholfen werden. …

      Ja, was war die Ursache? Ich hatte im Alter von 15 Jahren übereilt etwas Respektloses gegen den Heiligen Geist gesagt und wurde die Angst nicht los, ich hätte mir damit vielleicht unwiderruflich die Strafe ewiger Verdammnis zugezogen.

      Jetzt komme ich zu der großen Weisheit, die du mir angedeihen lässt in der Frage, die mein Leben zerstört hat. Du schreibst: „meines Erachtens interpretierst du Lukas 12,10 nicht richtig. …. Die Sünde wider den Heiligen Geist ist ein lebenslanger Prozess und da ist Gott genauso geduldig wie bei anderen Sünden auch.“

      Glaubst du wie oft ich dieses Argument schon gehört habe? 1000 mal? 10.000 mal? 100.000 mal? Kannst du dir das nicht denken? Bist du der einzig Erleuchtete, dem dieser Satz einfällt? Warum überzeugt er nicht? 

      Die Pharisäer, die Mt 12,24 zitiert, sagten nur diesen Satz: „Dieser (Jesus) treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebub, den Obersten der Dämonen!“ worauf Jesus antwortete (V.31-32): Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. Und wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.“

      Ein einziger respektloser Satz genügte. Das sagt das Evangelium. Jetzt kommst du daher und behauptest, Sünde gegen den Heiligen Geist „sei ein lebenslanger Prozess“. Wo ist der Beweis? Du behauptest, dass Gott „bei der Sünde wider den Heiligen Geist genauso geduldig ist wie bei anderen Sünden auch“? 

      Jesus sagt das Gegenteil. Alle anderen Sünden werden gerne vergeben, nur diese nicht. Als die Pharisäer ihren Satz gesagt haben, war Gottes Geduld zu Ende. Und du willst mir weismachen, du könntest eine sichere Aussage darüber machen, wie weit die Geduld Gottes reicht? Ist das nicht Größenwahn? 

      Wie geduldig war den Gott bei den Babys, denen Mose den Hals durchschneiden ließ? (4.Mose 31,14-18)
      wie geduldig bei den sieben Söhnen Sauls, die für die Sünde ihres Vaters aufgehängt wurden? (2.Sam 22)
      Wie geduldig bei Ananias und Saphira, die ein bisschen angeben wollten? (Apg 5)
      Wie geduldig bei den Israeliten, die zu Tausenden an einer Seuche starben, weil David die Schnapsidee mit der Volkszählung hatte? (2Sam 24)
      Wie geduldig mit den 50 Soldaten, die er verbrennen ließ, weil ihr Hauptmann respektlos mit Elia geredet hatte? (2Kö 1,13-14)
      Wie geduldig mit dem Uzia, der die Bundeslade vor dem Umkippen bewahren wollte und dafür auf der Stelle starb (2Sam 6,6)
      Auch steht in 1.Joh 5, dass die Sünde zum Tode, bei der kein Gebet mehr etwas rettet, der Normalfall ist.
      Merkst du immer noch nicht, wo das Problem liegt? Du schaust nicht genau hin!

      Wer soll jetzt den anderen belehren? Der, der die Augen zukneift oder der, der genau hinsieht?

      Zur Geduld Gottes gibt es widersprüchliche Angaben in der Bibel. Deswegen kann man keine eindeutigen Feststellungen daraus ableiten. So einfach ist das. Was immer man dazu sagt, bleibt eine Wunschvorstellung. Du möchtest es für dich glauben, weil du optimistisch sein kannst. Wie schön für dich. Anderes haben soviel Schweres erlebt, dass sie nur damit rechnen können, dass Gott ihn nicht mehr zuhört. 

      Luther hat auch von Staupitz den Rat bekommen, das Kreuz anzuschauen und darin die Liebe Gottes zu erkennen. Aber Luther hatte dasselbe Problem: er kam mit widersprüchlichen Aussagen nicht klar. Festen Boden unter den Füßen bekam er erst, als er ein übergeordnetes Prinzip entdeckte, mit dessen Hilfe er alle Aussagen der Bibel überzeugend einordnen konnte. Deshalb auch die Distanzierung vom Hebräerbrief, der nicht einzuordnen ist.

      Wozu schrieb ich das alles? Um aufzuzeigen, wie schlecht, wie ungenügend die Beweislage ist, wenn man Widersprüchliches nicht auflösen kann. Natürlich gibt es Bibelstellen, die die Geduld Gottes loben. Doch wie lässt sich widerlegen, dass diese Stellen nur den Erwählten gelten? Wir haben zutiefst widersprüchliche Informationen über den Charakter Gottes. Würde über einen Menschen so Widersprüchliches berichtet werden, würde wohl jeder sagen, man könnte ihm nicht trauen.

      Du meinst, dass die ermutigenden Bibelstellen mehr Gewicht hätten für dich und dass du die anderen verdrängen darfst. Du meinst, dass Verdrängung eine redliche Art zu denken und zu arbeiten ist. Obwohl im täglichen Leben eine widersprüchliche Faktenlage so gut wie immer ein sicheres Indiz für einen Mangel an Seriosität ist.

      Nichtsdestotrotz  hast du gewisse Wunschvorstellungen, wie Gott sein sollte. Und du glaubst, bloß weil du es wünscht, ist es wirklich so. Du bist also Optimist. Wie schön für dich. Aber zu meinen, dass dein „Ratschlag“ genüge, um die Verzweiflung anderer an der Bibel abzuwenden, ist nicht anderes als Selbstüberschätzung. 

      Ich schreibe  für Menschen, die infolge eines widersprüchlichen Gottesbild überhaupt kein Vertrauen entwickeln können und sich in einer ähnlichen Lage wie Martin Luther befinden. Nicht umsonst habe ich so detailliert geschildert, warum er so denken musste, wie er gedacht hat. Davon ist bei dir offenbar nichts hängen geblieben. Dein Lebensweg ist offenbar der Maßstab, nach dem andere selig werden sollen.

      Was bleibt als Möglichkeit für sie übrig? Solche Geschwister enden in der Psychiatrie – manchmal für ihr Leben lang. Ich habe erlebt, dass meine Beiträge manche vor diesem Schicksal bewahrt haben. Was hast du solchen Geschwistern, die nicht verdrängen können, anzubieten? Dieses nicht zu Ende gedachte Zeug, was nach deiner Meinung helfen soll,  haben sie alles schon tausendmal gehört. Was die Evangelikalen für sie tun könnten,  tun sie nicht!

      Was not tut: Eine klare Warnung insbesondere vor dem Hebräerbrief und vor der Monopolstellung der Irrtumslosigkeit und eine ehrliche Diskussion der Stärken und Schwächen möglicher Bibelverständnisse. Seit 15 Jahren blockieren evangelikale Pastoren meine Bemühungen in dieser Richtung. Zuviel Besitzstände stehen auf dem Spiel. Es könnten ja Leute abwandern.

      Wie verträgt es sich mit dem Gebot der Geschwisterliebe, dass Lehrer  mit dieser Doktrin das Geld scheffeln und dass für die erkrankten Geschwister, die in der Regel auch wirtschaftlich ruiniert sind,  nicht einmal eine kleine Unterstützungskasse zur Verfügung steht?  Dann über 1Kor 12,26 zu predigen, dass Gläubige den Schwächsten beistehen sollen, ist schauerlichste Heuchelei. Und was schriebst du noch? „Nur kein Selbstmitleid? Das würdest du einem Franz Spiera, einem Martin Luther ins Gesicht sagen: dein eigentliches Problem ist Selbstmitleid?

      Irgendwie hast du mich missverstanden. Ich schreibe nicht, weil ich an verbaler Inkontinenz leide und aller Welt meine Ansichten kund tun muss. Ich schrieb, weil die Halbwahrheiten in der herkömmlich-bibeltreuen Theologie gutwillige Gläubige vergiften und zerstören können, und weil das nicht sein müsste. Weil es gute, unwiderlegbare Argumente gibt, die dieses Schicksal vermeiden helfen. Immer wieder haben mir Gläubige geschrieben, dass sie durch Beiträge von matth2323.de ihren inneren Frieden wiedergefunden haben.

      Es ist mir vor allem ein Anliegen, dass evangelikale Gläubige zu einer ehrlichen Gesprächskultur zurückfinden, in der das „Lügen um des Glaubens willen“ als das erkannt wird, was es ist: scheinheiliger Eigennutz. Um zu erkennen, wie unbekümmert und selbstverständlich in evangelikalen Kreisen gelogen wird, wie bekannte und unstrittige historische Fakten ignoriert, verdreht und geleugnet werden, ist die Auseinandersetzung mit der Weltgeschichte von Markus Spieker bestens geeignet. Auch dich scheinen seine Halbwahrheiten wenig zu stören. Wenn man darauf hinweist, „dreht man sich nicht im Kreis“, wie du geschrieben hast  sondern man gibt Menschen die Chance, sich einmal über das Niveau ihres Zeugnisses klar zu werden.

      Abschließend noch einmal ein Wort zu crosspaint. Du beklagst, dass du in der 5. Auflage den Hinweis auf „Softpornographie“ nicht gefunden hast. Dann kann ich dir nur empfehlen, dir die 2. Auflage zu besorgen, was ja auch im Essay als Quellenverweis angegeben ist. Zu dem Bestreben, das Schuldgefühl auf die kleinsten Kleinigkeiten auszudehnen, um dadurch stärkeres Erwählungsbewusstsein zu ernten, und zu den damit verbundenen Gefahren habe ich im Essay bereits hingewiesen. Eben darüber schreibt ja auch Ranke-Heinemann ausführlich. 

      Bitte habe die Güte, mich in Zukunft mit Beiträgen von Hesse, crosspaint und  Konsorten zu verschonen, die nur gelernt haben, dieselbe evangelikale  Schallplatte, die ich Millionen mal gehört habe und in- und auswendig kenne, nochmal leicht variiert abzuspielen. Es ist im Kern immer dasselbe: Ignoranz – Arroganz – Penetranz.

      Das ist die Frucht der Irrtumslosigkeitsdoktrin, ein verkrüppeltes Wahrnehmungsvermögen, das Zukleistern von Beweislücken mit Wunschvorstellungen, die jovialen Pseudo-Ratschläge bei erschreckender Detailunkenntnis. 

      Wer sich sträubt, zwischen  Beweis und Behauptung zu unterscheiden, und sich in das sattsam bekannte Unerforschlichkeitsgefasel flüchtet, bloß um nicht konsequent denken zu müssen, der braucht Gott auch nicht um Weisheit zu bitten.  Ist jemand, der sein Urteilsvermögen zugunsten frommer Gefühlsbedürfnisse verkrüppelt, das Geschenk der Weisheit wert?

      Auf diesem Kurs ist der evangelikale Mainstream heute.  Ich habe mich mit vielen hochgelehrten evangelikalen Personen seit 15 Jahren ausgetauscht, die unter dem Einfluss des Irrtumslosigkeitswahns standen und ich kann aus reicher Erfahrung sagen: wer sich auf dieses gefühlsschonende „Fundament“ wagt, kann in Zukunft das Lügen, Manipulieren und Heucheln nicht mehr lassen. Wo soll das hinführen? Jedem jungen Menschen kann man nur dringend raten, lass dich da nicht mit hineinziehen. Strebe nach Gewissheit in einer verantwortbaren Weise. 

      1. Lieber Christian,
        Deinem vorletzten Brief entnahm ich, dass ich keine Weisheit bekomme, auch wenn ich Gott darum bitte. Obwohl er sie doch verheißen hat. Wer hat da nun recht – ER oder Du ?

        Ich versuche jetzt mal nicht, Dir sozusagen einen „perfekten“ Brief zu schreiben. Das maße ich mir nicht an.

        Mit diesen wenigen Zeilen möchte ich folgendes anschneiden:
        Du hast viel gelitten in Deinem Leben. Du erwartest, daß dies und die Folgen dieser Leiden verstanden werden, auch was andere Gläubige vergleichbar erlitten haben. Der Kampf mit schwierigen Bibelstellen, mit Widersprüchlichkeiten in dieser Bibel, die der menschliche Geist nicht fassen kann. Der Kampf mit Pharisäern, Schriftgelehrten usw., die für die wirklichen menschlichen Nöte kein Verständnis haben. Ich glaube schon, dass ich Dich verstehe und das, was Du ansprichst.

        Ich will aber noch mehr verstehen, will Gott einfach näher kommen, ohne Doppelmoral und ohne Heuchelei. Du kannst nicht wissen, was ich Gott alles in meinem Leben direkt vorgeworfen habe. Was war die Antwort ? Er nähert sich mir, ich hatte Schläge erwartet.

        Kannst Du verstehen, dass ich auch in meinem Leben gelitten habe und leide, auch wenn dies teilweise auf anderen Baustellen geschieht ? …. Der HERR ist da selbst mein Seelsorger, weil Freunde, Angehörige und Gemeindeglieder das alles nicht verstehen können noch wollen bzw. sich damit überfordert sehen. Leidige Tröster wie in Hiob beschrieben und von Gott getadelt. Manches erinnert in meinem Fall an die Leiden des jungen Werthers. Kennst Du die Lebensgeschichten vom „Kneipenpastor“ und vom „Bibelraucher“ ? Siehe die entsprechenden Autobiographien der beiden, vom Kneipenpastor sah ich mir gestern in der Mediathek auf BibelTV „Das Gespräch“ an, den Bibelraucher erlebte ich live in der Gemeinde, die ich mit Frau besuche (war beeindruckend).

        Kannst Du verstehen, was unser HERR alles gelitten hat und leidet und was Paulus alles gelitten hat ?

        In der Vergangenheit hast Du mir mal geschrieben, dass Dich die Themen, die ich angesprochen habe, überfordern. Gestehst Du mir das gleiche bezüglich Deiner Themen zu ? Oder sind diese eben leichter zu verstehen als meine ?

        Ich hatte mir schon mal überlegt, mich an Deinen Bruder zu wenden, ihn zu fragen, wie man Dir wirklich helfen kann; als Bruder und Pastor müsste er es doch wissen ? Wenn ich das täte, dann klappst Du vielleicht die Rollläden runter sprich brichst Du zu mir den Kontakt ab. Richtig ?

        1. Nein du verstehst mich nicht. Mein persönliches Leid gab nur den Anstoß, die evangelikale Indoktrinierung mit der Irrtumslosigkeitsdoktrin erstmals in Frage zu stellen und zu untersuchen. So schlimm das alles war, es ist Nebensache. Die Hauptsache ist, weiteres Leid bei anderen jungen Menschen zu verhindern, die, sofern sie die Bibel genau lesen, durch diese scheinheilige Lehre evt. ebenfalls ihr Leben ruinieren könnten.

          Deine Antwort zeigt mir, inwieweit deine Fähigkeit, klar zu denken, bereits zerstört ist. Wie es scheint, kannst du zwischen Haupt und Nebensache nicht mehr unterscheiden und meinst, dass sich mein Befinden bessert, wenn du mir die typischen evangelikalen hohlen Trostphasen zum millionsten Mal verabreichst.

          Du musst mich nicht therapieren. Therapier dich bitte selber, wenn du unbedingt jemand therapieren möchtest. Dazu gibt es in der Menüleiste den Abschnitt „Therapeutische Lösungsansätze“

          Mein Bruder, ein Pastor, ist übrigens psychisch gesund, leitet erfolgreich zwei Gemeinden, hat an der evangelikalen FETA Basel studiert, hat dann aber noch ein Studium in nicht-evangelikaler Theologe drangehängt, weil ihm in der evangelikalen Theologie zu viel gelogen wird. Auch er hat die Giftigkeit der evangelikalen Lehre erkannt. Meinem Essay stimmt er 100% zu (sind ja alles Fakten). Du aber tust, als hätte ich nichts von Bedeutung geschrieben (ich „drehe mich im Kreis…“), nirgends gehst du auf die Fakten dort ein. Stattdessen dilettierst du in meinen subjektiven Befindlichkeiten herum, als ob ich objektiv nichts zu sagen hätte.

          Das ist auch ein Ergebnis der Indoktrinierung: Gläubige können nicht mehr klar denken. Das Bedürfnis dazu ist in ihnen erloschen.

          Oder wie es im Essay heißt: Verteidiger der Irrtumslosigkeitsdoktrin erzeugen ihre Glaubensgewissheit auf ähnliche Weise wie Luthers Orthodoxie. Indem sie „das Richtige glauben“, nämlich dass der Gläubige mit dem großen Opfer von Verstand und Gewissen „für den Glauben“ – genauer gesagt – für eine fromme Lügenkultur den angeblichen Erwartungen Gottes am besten entspricht, glauben sie unter dem besonderen Segen Gottes zu stehen, ja als sein Stellvertreter auftreten zu können. Auf denkbar billigste Weise – allein durch Nachplappern – kann ein intensives Erwählungs- und Sendungsbewusstsein erworben werden. Dieser große emotionale Vorteil erklärt, warum Verteidiger dieser Doktrin weder durch die besten Argumente der Bibelkunde und Vernunft, noch durch Mitgefühl mit geschädigten Gläubigen dazu zu bewegen sind ihre Position zu überdenken. Die Verzweiflung einzelner fällt nicht ins Gewicht gegenüber der Chance, billig „Gewissheit“ zu bilden – eine Pseudogewissheit, die Wahrnehmung, Empathie und Urteilsvermögen nachhaltig schädigen wird.

          Nochmal: mein Anliegen ist, dass allgemein erkannt wird, dass die evangelikale Bibellehre gegen heilsame Ordnungen der Bibel verstößt und schädlich ist, und durch Besseres ersetzt wird.

          Dass es Dein Anliegen nicht ist, damit muss ich mich wohl abfinden.

          Ich bin leider nervlich ziemlich verschlissen und habe nicht mehr die Kraft, mit dir endlose Runden zu drehen, in denen du mir von höherer Warte mitzuteilen versuchst, wie wenig ernst zu nehmen mein Anliegen ist.

          Weitere Mails dieser Art würden inhaltlich nichts bringen. Ich habe gottlob inzwischen genug Gesprächspartner, die nicht indoktriniert sind.

          Es steht dir frei zu verstehen oder nicht. Du kannst gerne weiter glauben, was du möchtest. Und es ist für dich ja auch nicht schwierig Gleichgesinnte zu finden, die dich bestätigen.

          In einem weiteren „Austausch“ sehe ich leider keinen Sinn.

        2. Du schriebst: „Deinem vorletzten Brief entnahm ich, dass ich keine Weisheit bekomme, auch wenn ich Gott darum bitte. Obwohl er sie doch verheißen hat. Wer hat da nun recht – ER oder Du ?“

          Das nenne ich „Selbstbewusstsein“. Der Allmächtige erhört deine Bitte also unverzüglich, sobald das Gebet abgeschickt wird? Und die Eingebung geht direkt an dich persönlich, sodass andere Quellen der Weisheit a priori nicht in Frage kommen? An sich reklamiert ja nur der Papst für sich den direkten roten Draht nach oben, wenn er geruht „ex cathedra“ zu sprechen. Respekt!

          Aber ich verrat dir mal ein Geheimnis. Ich habe auch gebetet – täglich -, dass ich gute Beweise finde, die die Lügen des evangelikalen Mainstreams entlarven. Das hättest du wohl nicht gedacht, Und nu?

  3. Hallo Christian,
    Du hast eine neue Version hochgeladen, oder? Gibt es Hinweise, was geändert wurde? Ich möchte mir ungern alles noch einmal durchlesen ;).
    Liebe Grüße
    Exing

    1. Hallo Exing
      Die Datei „Erhellendes“ wurde versehentlich online gestellt. Sie befindet sich noch n der Prüfungsphase, die wahrscheinlich bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein wird.

  4. Lieber Christian,

    herzlichen Dank für dein enormes Engagement und die große Arbeit, die du dir gerade hier wieder ( einmal mehr) gemacht hast.

    Ich habe das Buch gleich unmittelbar nach Erscheinen damals ( Herbst 2020 ?) gekauft und erstmal einer Kollegin ausgeliehen, bevor ich es selber zum ersten Mal quergelesen habe…
    muss gestehen, dass ich nicht alles darin gelesen habe, sonder erstmal nur die Themen, die mich direkt angesprungen haben…

    Mir ist aber noch sehr gut das darin auszugsweise rezitierte Gedicht von William Blake in Erinnerung, welches Spieker (sehr treffend !) ins Deutsche übersetzt hat:
    „Das Bild, das mir von Christus erscheint,
    ist deines Bildes größter Feind.
    Wir lesen beide die Bibel mit Fleiß,
    du liest sie schwarz,ich les‘ sie weiß.“

    Ich finde:
    Treffender kann man die miteinander konkurrierenden, teils sogar diametral engegengesetzten Bibelverständnisse gewisser Kreise nicht beschreiben, und dann sei noch angemerkt, dass das Gedicht schon rund 200 Jahre alt ist !!

    Ich habe das Buch dann meinem Vater ausgeliehen und ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass er es ganz lesen würde, was er dann aber zu meiner großen Freude doch getan hat !
    Möge es seine Ansicht /Einstellung / Beziehung zu Jesus Christus vertiefen.
    ( er tut sich wie viele mit Theodizee schwer, ferner mit den vielen Missetaten der Kirche gerade im Mittelalter… mit der Vorstellung einer „Hölle“ hat er auch so seine Problemchen, das scheint ihm eher ein menschlich ersonnenes Konzept/ Drohszenario zu sein um zu manipulieren…
    also alles Einwände & Anfragen, die sehr geläufig sind würde ich sagen…)

    Ach ja, Thema „ Bultmann“:

    Ich kenne flüchtig eine Theologiestudentin, die in sog. „fundamentalistischen“ Kreisen christlich sozialisiert wurde, dieser Spielart dann aber den Rücken zukehrte und sich jetzt wohl eher als „christlich- liberal“ ansieht mit leicht feministischen und allversöhnlerischen Tendenzen…
    Sie erwähnte mal, dass Bultmann ihren eigenen Glauben „gerettet“ habe…
    Bultmann werde „absichtlich missverstanden“ von bestimmten Kreisen, die ihn nur zu gerne zum Feindbild funktionierten…
    dabei sei er doch „ein zutiefst frommer Mensch“ gewesen, dem es nur darum ging, den Glauben „wasserfest gegenüber der Naturwissenschaft“ zu machen…
    ( vermutlich dadurch, indem er ihn total subjektivierte und an Heidegger‘sche Existenzialphilosophie anschlussfähig machte… wie mir scheint)
    Gleichzeitig gestand sie ein, dass Bultmann „schwer zu lesen“ sei…

    Ich hab mich mal mit einem promovierten katholischen Pastoralreferenten via Youtube ausgetauscht:
    Er will die „Brotvermehrung“ Jesu so verstanden wissen, dass die Leute damals zum Teilen animiert worden seien und dann merkten, dass sie ( oh Wunder !) ja selber noch genug Brot dabei hatten…
    Auf meinen Kommentar, dass er damit sich wohl in bester Bultmann‘scher Lehre befände und ich persönlich aber davon ausgehe, dass Gott „mehr“ kann, meinte er:
    Schön wär‘s, aber Gott habe es „nicht nötig, gegen seine eigens gemachten Naturgesetze zu verstoßen“… auch Jesu „Heilungswunder“ dürften nicht „wörtlich“ verstanden werden in dem Sinne, dass physische Krankheiten beseitigt wurden… Jesu habe vielmehr „heilsam auf die Psyche“ eingewirkt, und dadurch hätten seine Zeitgenossen dann Gottes „liebevoll- zugewandte Natur“ erkannt…

    Eine andere Theologiestudentin meinte zur Brotvermehrung mal, für sie sei es „ein größeres Wunder, wenn Gott die Herzen der Menschen erweicht und sie zum Teilen animiert, als wenn Gott Materie (=Essen) aus dem Nichts erschaffe…
    Tja…ich persönlich kann da zwar nicht so recht mitgehen, möchte aber jedem seine Meinung lassen und das auch nicht „von oben herab“ abwerten…

    Beste Grüße & Segenswünsche an Dich, lieber Christian, und an alle Leser/innen hier !

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