Blume – Bibellesen macht mir Angst

Hallo, danke für Ihre Webseite. Ich habe mich in ihr belesen. Was ich bis jetzt aber (noch) nicht gefunden habe, sind weitere Erklärungen zu diversen Bibelstellen.
Ich bitte Sie mir diese zu erklären, ich bin in einer sehr schweren Glaubenskrise und kurz davor meinen Glauben endgültig über Bord zu werfen. Ich bin seit 9 Jahren bekehrt zu Jesus Christus. Aber mein Leben war und ist so hart, dass ich es kaum mehr ertragen kann. Ich habe nur noch Plagen, Leid und Versuchungen/ Prüfungen ich gehe darunter kaputt, Gott erbarmt sich kaum über mich. Ich glaube langsam, dass es ihn entweder nicht gibt oder er hat mich zur Hölle vorherbestimmt und will mich gar nicht retten. Ich fühle seine Liebe nicht. Nur durch diese Webseite bin ich am Glauben dran geblieben… Jesus sprach so viele harte Worte in den Evangelien, die mich bis heute zerstören und total entmutigen und ängstigen. Das soll ein Gott der Liebe sein? Ich stelle mir was anderes vor unter bedingungsloser Liebe. Insgesamt klingt das sehr fanatisch, was Jesus hier verlangt und nicht nach einem Gott der Liebe!

Nun zu meinen Bibelstellen, die mich entmutigen:
Matthäus 15:26 nennt uns Jesus hier Hunde? Wie hart und traurig!
Lukas 14,26: wir sollen unsere Familie hassen? Wie verstörend und unpassend als Nächstenliebe
Matthäus 10:37: wir sind seiner nicht wert, wenn wir nicht unser Leben und unsere Familie nicht hassen?
Markus 3,21: hier sagen Jesu Verwandte, das Jesus verrückt ist… wie kann das sein, wenn Maria doch wusste dass es der Sohn Gottes ist,  durch den Heiligen Geist gezeugt in ihr? Hatte sie vergessen, was der Engel damals zu ihr gesagt hat? Merkwürdig! Passt nicht zur Bibel …
Ständig droht Jesus selbst mit der Hölle….
Ständig wird Druck ausgeübt in den Evangelien…Werke, Werke, Werke muss man tun, den Willen seines Vater TUN, Gebote halten…TUN, TUN, TUN… Es scheint mir fast so als ob Jesus Werksgerechtigkeit predigte…oder? Z.B. hier: Markus 10:21 klingt auch nach Werksgerechtigkeit!
Dann macht Jesus mir Angst, indem er immer wieder Gleichnisse erwähnt wo Weizen von Spreu getrennt wird, wo er alle Völker versammeln und sie zu seiner linken beziehungsweise rechten Seite stellen wird, Matthäus 3,10…ins Feuer geworfen
Psalm 2 Küsst den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!
Soll es Menschen motivieren Gott zu lieben, allen Ernstes jetzt? Das klingt nach einer glatten Erpressung…, wenn du Gott nicht liebst…dann fährst du zur Hölle! Da hat man Angst und keine Liebe!

Wenn Gott wusste, dass der Weg schmal ist und die meisten in eine ewige Hölle gehen, wieso hat er uns überhaupt erschaffen, wäre es nicht eher Liebe gewesen hätte er es gelassen als solch ein Unheil und Leid über die Menschheit zu bringen, nur damit ein paar Menschen gerettet werden (schmaler Weg)? Konnte Gott nicht einfach alleine bleiben und zufrieden sein? Dann hätte es Satan nicht gegeben und die Menschen auch nicht… so wäre viel LEID verhindert worden! Ist das Gott wirklich wert soviel Elend und Leid zu erlauben, nur um nicht alleine im Himmel sein zu müssen? Sorry, es soll nicht gotteslästerlich sein, aber diese Fragen liegen mir auf der Seele und das seit Jahren! Und wieso hat Gott die Christen aus der Psychiatrie nicht gerettet, indem er sich ihnen geoffenbart hat? Aber anderen Menschen offenbart er sich (siehe ERF Mensch Gott Sendungen) Ist das nicht willkürlich? Wie Gott sagte: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.
Na toll, d.h. die anderen können elendig zu Grunde gehen, weil Gott entschieden hat in seiner Souveränität, dass er sich lieber nicht erbarmen möchte…Was, echt jetzt, und das soll die angeblich bedingungslose Liebe Gottes sein, von der die Kirchen predigen?

Matthäus 24,51 und er wird ihn in Stücke hauen lassen und ihm seinen Platz geben bei den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
Von der Offenbarung des Johannes ganz zu schweigen… was da alles Angst macht. Jesus wird da als gnadenloser Richter gezeigt… eigentlich unterscheidet sich das AT nicht vom NT, denn in beiden ist Brutalität und Liebe vereint.
Tempelaustreibung, wo Jesus ausrastet… da  scheint es so zu sein, dass Jesus wirklich den Gott des AT darstellt…brutal… ich muss zugeben ich habe große Mühe die Liebe Gottes in der Bibel zu erkennen… sowohl im AT als auch im NT! Für mich ist es persönlich so…, dass es mehr Stellen gibt, die Angst machen als Stellen, die von Liebe reden und ermutigen. Die meisten Bibelstellen machen mir Angst und wirken sich auf meinen Glauben zerstörerisch aus.
Matthäus 7:23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! Ich habe seit 9 Jahren Angst das Jesus das zu mir sagen wird, obwohl ich ihm versuche so gut es geht nachzufolgen und seine Gebote zu halten.
Wäret ihr doch heiß oder wenigstens kalt, aber ihr seid nur lauwarm, und ich spucke euch aus… (Offenbarung 3:16)

Bitte können Sie mir helfen? Da ich mich sonst gezwungen fühle, meinen Glaube nach fast 10 Jahre Jesus Nachfolge aufzugeben, da ich nicht in die Psychiatrie will! Aber Bibel lesen macht mir Angst und lässt mich zu tiefst verzweifeln an meinem Heil und an Gottes Liebe zu mir! Ich will ja Glauben, aber ich habe bei Jesus und der Bibel keine Liebe oder Frieden gefunden. Vielen Dank im Voraus.
Liebe Grüße

Artikel aktualisiert am 22.01.2026

2 thoughts on “Blume – Bibellesen macht mir Angst”

  1. Hallo liebe Blume

    Eins zu eins meine Gedanken.
    Ich hab auch in entscheidenden Fragen Gott nicht gespürt und meine Ehe ist in die Brüche gegangen..Danach 10 Jahre ohne Gott…
    Er hat mich zwar zurück geholt, aber meine Art die Bibel zu lesen, ist immer noch so.. genau wie bei Dir… Angst…
    Tief in mir drin sagt eine Stimme, irgendwie kann das alles nicht sein..
    Entweder.. Es ist ein Gott da.. und wenn er so ist, wie das, was wir lesen, liebt er nicht bedingungslos…Und er ist ein genauso grausamer Gott, wie andere Götter auch..
    Angesichts der Schönheit und Vielfalt der Natur, der Schönheit von Kreativität und allem, was die Menschheit Gutes hervorgebracht hat, sagt mein Verstand: dieser Gott liebt Schönheit und Harmonie und Vielfalt..
    Da passen die vielen Angsttexte aus der Bibel nicht..
    Mehr und mehr glaube ich, dass der Teufel vielleicht seine Hände schon bei der Entstehung der Bibel mit im Spiel hatte.. beim Empfangen der Worte.. beim Auslegen oder Niederschreiben oder Verstehen ..

    vieles würden wir bestimmt besser einordnen können, wenn wir hebräisches Denken hätten und damals gelebt hätten.. einfach schon vom Kontext her.

    Ich finde gut, dass es eine Plattform gibt, die mal offen ausspricht, wie es manchen von uns geht..
    Ehrlich gesagt erschöpft mich aber die Länge der Beiträge sehr und ich wünschte mir, dass man auch reell in Kontakt kommen könnte und sich in kürzeren Sequenzen austauschen könnte.. per Sprachnachricht, etc.. Und gemeinsam einen Weg heraus findet.. Ich glaube, wir würden uns blind verstehen, die Punkte, warum man verzweifelt, sind genau die gleichen Fragen…

    Ich hab Interesse an persönlichen Kontakten..Da lässt sich manches ermutigend auch viel besser rüber bringen

    LG Sabine

    1. Liebe Sabine,

      Es ist gut, dass das Vertrauen zu Gott in dir noch nicht verschwunden ist. Gut, dass du den Wunsch hast dich auszutauschen und mit deinen Gedanken nicht allein bleibst.

      Ich gebe zu, dass manche Beiträge sehr lang geworden sind – zugunsten einer gründlichen Beweisführung. Aber lange Beiträge sind in der Regel durch Zwischenüberschriften gegliedert, sodass jeder sich die Abschnitte heraussuchen kann, die ihn interessieren.

      Die Not vieler Christen mit dem Bild eines Gottes, der eine widersprüchliche Persönlichkeit zeigt – teils liebevoll, teils unendlich grausam – ist die notwendige Folge einer bestimmten Sicht der Bibel (einer “Bibelbrille”), die jedes Wort in der Bibel als unfehlbar und göttlich inspiriert einschätzt (Chicago-Erklärung). Tut man das, so werden beim Bibellesen immer neue Stellen auftauchen, deren angstmachende Wirkung schwer wegzuerklären ist. Die Schwester Blume nannte ja schon eine ganze Reihe. Der Versuch, alle diese Stellen zu “entschärfen”, ist zum Scheitern verurteilt. Es werden dennoch immer neue angstmachende Impulse auftauchen. Ich glaube, du spürst das inzwischen selbst.

      Doch ständige Angst, die Liebe und Vertrauen ausbremst, ist nicht die Absicht Gottes. Wo liegt der Denkfehler? Gottes Wort wird immer mündlich gegeben. Auch das Evangelium des Neuen Testamentes wurde viele Jahre lang nur mündlich weitergegeben. Bei der Verschriftlichung kommt eine menschlich-psychologische Komponente hinzu. Für den von bibeltreuen Theologen beschworenen Idealzustand des Gläubigen, der ihn zu einer völlig objektiven Weitergabe des mündlichen Gotteswortes befähigen würde. gibt es nicht den geringsten Beweis. Jeder gläubige Mensch ist dem Sog der Subjektivität von Anfang an ausgesetzt: Interessen, Verlustängste, Oberflächlichkeit, Vergesslichkeit, eigene Prägung, ein begrenzter Horizont und nicht zuletzt die mangelhafte Wahrnehmung anderer Lebensschicksale beeinträchtigen ständig die Urteilskraft. Gerade deswegen fordert der Apostel Paulus die Galater auf, nicht leichtgläubig zu sein, sondern alles, sogar ihn selbst, am mündlichen Evangelium zu prüfen (Gal 1,8).

      Deswegen ist der Ausweg ganz leicht. Setzte die Bibelbrille ab, die dir die “Schriftgelehrten” gegeben habe und die die Tradition heilig gesprochen hat. Setze stattdessen eine Bibelbrille auf, die dir einen konstruktiven Umgang mit destruktiven Bibelstellen ermöglicht. Details dazu findest du unter “bibelbrillen.de”. Hier hilft nur ein Inspirationsverständnis, das dir erlaubt, alles in der Schrift mit dem Maßstab der Liebe, der Wahrhaftigkeit und der Verlässlichkeit (Mt 23,23) zu beurteilen. Schau dir doch einmal einen Vergleich der beiden Sichtweisen im Schaubild an: https://matth2323.de/modelle/#vergleich-grafik
      Diese Sicht der Bibel kann dir neue Freude am Glauben schenken.

      Lieben Gruß Bruder Benignus

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