Menschenwürde I:

(Die Idee der Menschenwürde wurzelt im Judentum.)

Im Alten Orient entwickelte das Judentum als erste Kultur die Idee der Menschenwürde und prägte damit einen Grundgedanken, der später zu einem zentralen Baustein der Menschenrechte wurde.

1. Der zentrale jüdische Beitrag: Der Mensch als Ebenbild Gottes (Imago Dei)
Genesis 1,27 ist der Ursprung der gesamten westlichen Würde-Idee:
Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.“
Das bedeutet:
• Jeder Mensch hat einen unantastbaren Wert
• Würde ist angeboren, wird nicht verdient
• Würde ist nicht abgestuft: jeder Mensch hat die gleiche Würde

Das ist in der gesamten antiken Welt einzigartig.

Warum einzigartig? Vergleiche! Andere Kulturen sahen Menschen so:
• Griechenland: Menschen sind ungleich; Sklaven sind „Werkzeuge“. (Das heißt totale Abhängigkeit, keine garantierten Schutzrechte, Misshandlung war rechtlich kaum sanktioniert, Sklavenkinder waren automatisch Eigentum des Herrn)
• Rom: Würde (dignitas) ist ein Status, kein Menschenrecht. Sie ist leistungsabhängig und verlierbar. Sklaven hatten keine Rechte. Sie galten als Sachen. Der römische Vater hatte die umfassende Gewalt über seine Kinder (patria potestas). Er hatte das Recht, ein unerwünschtes Kind abzulehnen, es entweder zu töten oder auszusetzen. Gründe dafür waren: Behinderung, uneheliche Geburt, Armut, Mädchen unerwünscht. Die Aussetzung war kein Ausnahmefall, sondern ein verbreitetes Mittel der Familienplanung.
• Indien: Kastensystem → Menschen haben unterschiedlichen spirituellen Wert. Zugehörigkeit zur untersten Kaste heißt Zwang zu niedrig bewerteten, körperlich harten oder „unreinen“ Tätigkeiten, kein Landbesitz oder nur minimaler Besitz, Armut als strukturelle Folge, kaum Rechte gegenüber höheren Kasten, Ausschluss von Bildung, beruflichem Aufstieg, Stigmatisierung als „unrein“ bzw. „unberührbar“, Ausschluss von öffentlichen Orten (Tempeln, Wasserstellen, Gemeinschaftsräumen)
• China: Hierarchie ist Naturordnung; wer seine funktionellen und moralischen Pflichten gegenüber der über ihm stehenden Schicht (ältere Geschwister, Eltern, Clan, Sippe, Dorfgemeinschaft, Staat) nicht erfüllt, wird degradiert bis zur Zerstörung. Das Recht dient der Stabilität, nicht der Gerechtigkeit. Kindesaussetzung war war sozial akzeptiert, rechtlich geduldet, und oft ökonomisch motiviert.

Nur das Judentum sagt: Jeder Mensch hat denselben Wert.

2. Das jüdische Verbot der Menschenopfer und Kindstötung
In der Antike waren Menschenopfer und Kindstötung verbreitet.
Das Judentum war die erste Kultur, die beides kategorisch verbot.

Schlüssel-Erzählung: 1Mo 22 – Die Opferung Isaaks: Die Geschichte knüpft an die orientalische Sichtweise an, dass Götter Menschenopfer wollen.  Der Gedanke, dass man durch das größte Opfer Gott zur Hilfe bewegen könnte, war tief verwurzelt. Auch der Gott der Bibel schien dieses von Abraham zu erwarten und  schickte ihn zusammen mit seinem Sohn zu einer weit entfernten Opferstätte – ein grausamer gemeinsamer Weg, der das Mitgefühl des Lesers anspricht. Dann aber folgt die Erleichterung: das Opfer eines Tieres, das ohnehin gegessen wird, genügt.
Das Alte Testament verbietet das Opfern von Kindern, wie es bei den Nachbarvölkern üblich war, als besonders verabscheuungswürdig (3Mo 18,21 / 20,2-5 / 5Mo 12,31 /  18,10 / 2Kö 3,27)
• Das jüdische Recht schützt das Leben der Schwächsten
• Es setzt eine absolute Grenze gegen staatliche oder religiöse Willkür
• Es macht menschliches Leben heilig

Das ist ein früher Ausdruck von Menschenwürde.

3. Die Aussagen über die Stellung der Frau spiegeln die soziale Realität des Alten Orients: Frauen hatten weniger ökonomische Selbstständigkeit, sie waren Teil des Haushaltsverbands des Mannes, rechtliche Entscheidungen liefen über Vater oder Ehemann (Patriarchat).

Das Alte Testament bewegt sich innerhalb der damaligen Welt und humanisiert sie Schritt für Schritt. 1Mo 21  – Hagar. Gott kümmert sich persönlich um eine verstoßene Sklavin. 5Mo 21,10–14 – kriegsgefangene Frau: Der Mann darf sie  nicht verkaufen, nicht misshandeln, muss sie freilassen, wenn er sie nicht heiratet. / 5Mo 24,1–4 – Scheidung. Die Frau erhält einen Scheidungsbrief, der sie vor willkürlicher Verstoßung schützt. / 4Mo: 27: 7 – Töchter Zelofhad: Frauen erhalten Erbrecht, wenn keine Söhne da sind. / Spr 31: die Frau als tüchtige Unternehmerin / Ri 4 + 5 – Debora: eine Frau als politische und militärische Führerin / Micha 6,4 – Mirjam: eine Frau als Prophetin im Rang des Mose und Aarons / 2 Kön 22; 2 Chr 34 – Hulda: ihre Auslegung des Gesetzbuchs löst eine nationale Reform aus / Esther: kluge Diplomatin und Retterin des jüdischen Volkes.

4. Abschaffung der Sippenhaft. In der gesamten antiken Welt war Sippenhaft normal:  im Hethiter‑Reich, in Mesopotamien, in Ägypten, im römischen und griechischen Recht, im germanischen Stammesrecht. Familien galten als Einheit, nicht als Individuen. Wenn ein Mitglied schuldig war, traf die Strafe oft die ganze Sippe.

Auch im Alten Testament findet man in frühester Zeit selbst unter gläubigen Menschen vereinzelt [1] immer wieder Vorgänge der Sippenhaft oder ähnlicher Ideen: Verfluchung Hams und Kanaans (1Mo 9,27), Ausrottung der Midianiter (4Mo 31,14-18), Ausrottung der Familie Achans (Josua 7), Tötung der Söhne Sauls (2Sam 21), Ausrottung des Hauses Ahabs (2Kö 9, 7 – 8). Einen Wendepunkt beschreibt der Bericht in 1Sam 25. Nabal beleidigt David schwer, verweigert Gastfreundschaft und bricht die Regeln der Solidarität. David reagiert zunächst mit einem klassischen antiken Reflex: „Jeder männliche Angehörige Nabals soll sterben.“ Abigail kann David durch ihre kluge Vermittlung vor der Bluttat bewahren, ja sogar seine Liebe gewinnen. David ist froh, vor „Blutschuld“ bewahrt geblieben zu sein (V.33).

5Mo 24,16 korrigiert endgültig die Sippenhaft-Idee:Nicht sollen Väter für die Söhne getötet werden, und nicht sollen Söhne für die Väter getötet werden; jeder soll für seine eigene Sünde sterben.“ (s.a. Hes.18)

Im Alten Orient gab es keine andere Kultur außer dem Judentum, die die Sippenhaft abschaffte. Das Judentum steht hier absolut konkurrenzlos da. [2]

 

5. Das Sabbatgebot: Würde durch Ruhe für alle
Der Sabbat (2Mo 20,11 / 5Mo 12, 5-15) ist das erste soziale Schutzgesetz der Welt, das für alle gilt:
• Männer
• Frauen
• Kinder
• Sklaven
• Fremde
• sogar Tiere [3]
Das ist unfassbar modern:
Würde durch Schutz vor Ausbeutung.

 

6. Das jüdische Recht schützt Schwache – systematisch
Die Tora enthält eine Fülle von Schutzgesetzen für:
Witwen (2Mo 22,21–23 / 23,9 / 5Mo 10,18 / 14,28–29 / 24,17–21 / 26,12–13)

Waisen (2Mo 22,21–23 / 5Mo  10,18/ 14,28–29 – Waisen erhalten den Armenzehnten. / 24,17–21 / 26,12–13)

Arme (2Mo 22,24–26 / 23,11/ 3Mo 19,9–10 – Nachlesegebot für Arme / 25,35–38 – Armen soll zinslos geholfen werden. / 5Mo 15,1–11 – Schuldenerlass im Sabbatjahr; offene Hand für Arme. / 24,14–15)

Fremde (2Mo 22,20: „Einen Fremden sollst du nicht unterdrücken, denn ihr seid selbst Fremde gewesen.“ / 22,20 / 23,9 / 3Mo 19,33–34 / 24,22 / 5Mo 10,18–19 / 24,17–21)

Schuldner (3Mo 25,35–38 – Keine Zinsen von Armen / 25,39–43 / 5 Mo 15,1–11 – Schuldenerlass im Sabbatjahr / 24,6 /   24,10–13)

Sklaven (2Mo 20,10 – Sklaven müssen am Sabbat ruhen. / 21,2–6 – Freilassung hebräischer Sklaven nach 6 Jahren. / 21,26–27 – Sklave wird freigelassen, wenn er verletzt wird. / 3Mo 25,39–55 – Schuldsklaven sind Brüder, keine Eigentümerware; Freilassung im Jobeljahr. / 5Mo 15,12–18 – Freilassung + großzügige Ausstattung / 23,16–17 – Flüchtige Sklaven dürfen nicht ausgeliefert werden)

Das ist eine moralische Revolution:
Schwache haben Rechte, weil sie Menschen sind, nicht weil sie nützlich sind.

 

 

7. Das Schuldrecht: Keine Schuldknechtschaft auf Lebenszeit
Im Judentum:
• Schuldknechte müssen nach 6 Jahren freigelassen werden (2Mo 21,2 / 5Mo 15, 12-18)
• Schuldenerlass im Jubeljahr (3Mo 25, 23-28)
• Land darf nicht dauerhaft enteignet werden  (3Mo 25,23 „Das Land darf nicht für immer verkauft werden; denn mir gehört das Land, und ihr seid nur Fremde und Gäste bei mir.“)
Das schützt Menschen vor:
• Armut
• Ausbeutung
• sozialem Absturz
Ein früher Vorläufer sozialer Menschenrechte.

 

8. Prophetenethik: Kritik an Machtmissbrauch
Die jüdischen Propheten (Jesaja, Amos, Micha) sind die ersten Menschen der Geschichte, die:
• Könige
• Priester
• Reiche
• ganze Gesellschaften
öffentlich moralisch anklagen – im Namen der Würde der Armen.
Beispiel Amos:
Sie verkaufen den Gerechten für Geld und den Armen für ein Paar Schuhe.“ (Amos 2,6)
Das ist die Geburtsstunde sozialer Gerechtigkeit.

 

9. Das Judentum entkoppelt Würde von Macht, Geschlecht, Herkunft
Im Judentum gilt:
• Der König ist vor Gott nicht mehr wert als der Bettler (Hiob 34,19 / Spr 22,2 / 2Mo 23,3 / 23,6 / 5Mo 10,17)
• Der Fremde ist nicht weniger wert als der Einheimische (3Mo 19,34 – Fremder = Einheimischer:
Der Fremde, der bei euch wohnt, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“)
• Der Sklave ist nicht weniger Mensch als der Freie (Hiob 31,13–15)
• Die Frau ist nicht weniger Ebenbild Gottes als der Mann (1Mo 1,27 / 5,1-2)
Das ist in der Antike beispiellos.

 

10. Wie das Christentum darauf aufbaut
Das Christentum übernimmt eins zu eins die jüdische Würde-Idee:
• Ebenbild Gottes
• gleiche Würde aller Menschen
• Schutz der Schwachen
• moralische Gleichheit
• universelle Ethik
Paulus radikalisiert sie:
Es gibt nicht mehr Jude noch Grieche, Sklave noch Freier, Mann noch Frau.“ (Gal 3,28)
Das ist die Säkularisierungsquelle der modernen Menschenrechte.

Endfazit: Der jüdische Anteil an der Würde-Idee
Das Judentum ist die Wurzel der westlichen Menschenwürde-Idee, weil es als erste Kultur der Welt:
1. alle Menschen als Ebenbild Gottes definierte
2. Würde unabhängig von Status machte
3. Schwache systematisch schützte
4. Macht moralisch begrenzte
5. soziale Gerechtigkeit als göttlichen Auftrag formulierte
6. Recht statt Willkür etablierte
7. universelle Ethik entwickelte

Ohne das Judentum gäbe es:
• keine christliche Würde-Idee
• keine Aufklärungsidee der Menschenrechte
• keine moderne Menschenrechtsphilosophie
Das Judentum ist der Ursprungspunkt.


Anmerkungen:

[1] Jüdische und christliche Sichtweisen der Bibel

Das Alte Testament beschreibt die geschichtliche Entwicklung eines Volkes inklusive gelegentlicher destruktiver Episoden. Der jüdische Konsens: Diese Episoden sind NICHT NORMATIV, sondern der historischen Ehrlichkeit bzw. einer einprägsamen Dramaturgie geschuldet (Sehr deutlich in 2Kön 1,9–12: Feuer vom Himmel frisst 2 mal die 50). Sie werden immer wieder durch starke inspirierte Impulse korrigiert (Jesus distanziert sich explizit: Luk 9,51–56).

Nach jüdischer Sicht enthält das Alte Testament sowohl unfehlbare göttliche Inspiration als auch punktuell allzu menschliche Tradition. Einer tragfähigen Erkenntnis über das, was wahr und gut ist, kann und soll man sich erst durch eine Qualitätsdiskussion in der Glaubensgemeinschaft annähern

Die christliche Sicht der Bibel ist nicht einheitlich: Manche Christen nehmen jeden Satz wörtlich, andere denken stärker über Sinn und Hintergrund nach.

Für eine glaubwürdige Auseinandersetzung mit der Bibel ist es hilfreich, die Stärken und Schwächen unterschiedlicher Bibelauffassungen („Bibelbrillen“) transparent miteinander zu vergleichen (bibelbrillen.de)

Ein großer Nachteil der fundamentalistischen Idee einer völlig fehlerlosen Bibel ist:
Wenn man die Bibel so verstehen will, dann kann das Alte Testament keine überzeugende, unwiderlegbare  Aussage über Menschenwürde liefern. Ein Dialog mit Nicht-Christen, die die Bibel gut kennen, ist dann sinnlos.

Destruktiv  wirkende Bibelstellen werden in fundamentalistischen Milieus möglichst ignoriert. Viele Gläubige dort kennen sie nicht einmal.   Auch wenn es niemand gern laut ausspricht: auch solche Texte müssen ja – dem Bibelverständnis entsprechend – als fehlerlos, ethisch richtig und gottgewollt gelten.

In Gruppen, die nur eine feste Bibelauslegung erlauben, wirkt das Vergleichen verschiedener Bibelverständnisse oft wie ein Angriff auf den Glauben. Außerdem sorgen feste Rollen und Aufgaben in solchen Gemeinden dafür, dass bestimmte Bibelideen kaum hinterfragt werden.

Fehlende Nachvollziehbarkeit erschwert eine offene Auseinandersetzung mit Informationen und kann dazu führen, dass Diskussionen verarmen, Unsicherheiten wachsen und vereinfachende Deutungen an Einfluss gewinnen.

Immer wieder haben sich Christen mit starkem Gottvertrauen nach gründlichstem Bibelstudium für einen reflektierten und differenzierten Umgang mit der Bibel eingesetzt und sich klar von  stark vereinfachenden, ideologischen Sichtweisen distanziert.

Die ältesten Dokumente des Neuen Testamentes, die Briefe an die Gemeinden in Thessalonich und in Galatien, rufen den Gläubigen auf, alle Inhalte, auch die Predigt des Paulus und des Petrus, an der ursprünglich vermittelten Botschaft „zu prüfen“ (Gal 1,6 ff / Gal 2,11 ff / 1.Thess 5,21-22) Das impliziert: es gibt ein grundsätzliches Wissen um das, was ohne Abstriche den Grundsätzen der Liebe und Wahrheit entspricht. Es bleibt ewig gültig und kann weder durch gelegentliche Mängel in der biblischen Tradition noch durch neuere Erkenntnisse in Frage gestellt werden.

Betrachten wir einige Beispiele für eine Prüfung am „Ur-Evangelium“: Martin Luther, C.S. Lewis, N.T. Wright, Dallas Willard,  John Ortberg,  Dietrich Bonhoeffer.

Martin Luther (1483–1546) gilt als Auslöser der Reformation, die zur Entstehung der evangelischen Kirchen führte. und die europäische Geschichte grundlegend veränderte.

Für Luther war die Bibel kein einheitlicher Block. Sie ist eine Sammlung von Stimmen, die alle auf Christus hinzeigen. „Was Christum treibet, das ist die rechte Schrift.“ (WA 7, 97)

Damit sagt Luther: Christus ist Mitte und Maßstab der Bibel. Alles, was Christus „treibt“, d.h. verkündigt, erhöht, offenbart und seinen Erlösungsauftrag klar und unverfälscht bezeugt, hat maßgebliche theologische Autorität.

Texte, die Christus nicht „treiben“ , haben geringere theologische Autorität.

Deshalb bewertete Luther biblische Bücher hierarchisch:
• Johannes, Paulus, 1. Petrus → höchste Autorität
• Jakobus → „stroherne Epistel“ (weil sie Christus nicht klar genug „treibt„, d.h. die Wirksamkeit seiner Gnade teilweise von menschlicher Leistung abhängig macht.).  Die katholische Kirche lehrte: Durch fromme Verdienste könne sich der Mensch  das Heil aneignen. Luther hatte alles getan, was die Kirche verlangte – Fasten, Beichte, Buße, Gebet, Askese. Und trotzdem wurde er die Angst vor Gott und seiner Strafe nie los. Er erkannte schließlich: Das Gesetz zeigt mir, was ich tun sollte, aber es gibt mir nie Gewissheit, dass ich genug getan habe. Darum war für ihn klar: Wenn Erlösung auch nur ein bisschen von Gesetzeserfüllung abhängt, dann bleibt der Mensch immer im Zweifel, ob Gott ihn wirklich annimmt.  Deswegen gibt es Erlösung und Befreiung nur, wenn die Erlösung aus Gnade  geschenkt wird, ganz ohne Verdienst d.h. unabhängig von der Erfüllung des Gesetzes [Röm 3,21–24 / 4,1ff / Gal 2–3 / Eph 2,8–9 / Titus 3,5] Der Jakobusbrief schien für Luther wieder die Lehre der teilweisen Selbsterlösung zu betätigen:  „So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein“ (Jak 2,24).  Obwohl der Jakobusbrief auch viel Gutes und Hilfreiches enthält, konnte Luther aufgrund seiner katholischen Prägung diesen Satz nur als Rückfall in Werkgerechtigkeit und Selbsterlösung missverstehen..

Hebräerbrief: Der Hebräerbrief ist eine späte Schrift des Neuen Testaments und blieb bis ins 5. Jahrhundert umstritten. Seine Wirkung ist zweischneidig: Manche Abschnitte werden als sehr inspirierend erlebt, andere können bei Gläubigen mit strengen Gottesbildern oder starkem Perfektionismus belastend wirken. Besonders herausfordernd ist eine Passage, die als einzige im Neuen Testament den Eindruck eines endgültigen, nicht mehr umkehrbaren Gerichts vermittelt. Theologen haben versucht, diese Stelle zu entschärfen, doch die Deutungen bleiben umstritten. Deshalb können manche Gläubige in eine dauerhafte Angst vor Verdammnis geraten.
• Judas, Offenbarung → fehlerbehaftet, theologisch z.T. wertvoll, aber nicht zentral


 

C. S. Lewis (Clive Staples Lewis, 1898–1963) war ein irisch‑britischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und einer der einflussreichsten christlichen Apologeten des 20. Jahrhunderts.

C. S. Lewis hat das Fehlerlosigkeitsdogma (Inerranz) klar und mehrfach zurück­gewiesen – nicht in einem systematischen Buch, sondern in Briefen und Essays, besonders in seinem Brief an Clyde S. Kilby (7. Mai 1959) Er nennt konkrete Fehler oder Spannungen in der Bibel, die jede Inerranz ausschließen. In seinem Essay „Modern Theology and Biblical Criticism“ schreibt er: „Es ist Christus selbst, nicht die Bibel, der das wahre Wort Gottes ist.“

 


 

Nicholas Thomas Wright (1948- ) ist einer der bedeutendsten neutestamentlichen Gelehrten der Gegenwart – anglikanischer Bischof (Durham / Church of England) , Professor für Neues Testament (u. a. Oxford, St Andrews) und führender Vertreter der „New Perspective on Paul“.

Wright lehnt die moderne evangelikale Inerranz‑Lehre ausdrücklich ab, obwohl er die Bibel sehr hoch einschätzt.

Wright glaubt an:
– Inspiration der Schrift
– Autorität der Schrift
– Historische Zuverlässigkeit der neutestamentlichen Zeugnisse
– Die zentrale Rolle der Bibel für die Kirche

Er nimmt die ganze Schrift äußerst ernst.
– Aber er lehnt die Vorstellung ab, dass die Bibel ein fehlerloses Datenbuch sei.
– Für ihn wirkt Gott in Geschichten. Die Bibel erzählt sie – und prägt die Gemeinde.

Wright begründet seine Ablehnung der Inerranz ausführlich:
Das fundamentalistische Modell („Alles‑oder‑Nichts“) behaupte: Entweder ist die Bibel in jedem Detail fehlerlos – oder sie ist wertlos. Wenn ein Detail nicht stimmt, bricht das ganze Gebäude zusammen. Inerrantisten verteidigen die Bibel ängstlich gegen Fehler. Sie fragen bei jedem Vers: „Ist dieser Vers fehlerlos?“, „Ist diese Chronologie exakt?“ „Ist diese Zahl historisch korrekt?“ Diese Denkweise erzeugt eine falsche Fragestellung. Die Bibel will nicht diese Fragen beantworten. Sie will zeigen, wie Gott König wird. Sie will die Welt herauszufordern durch die Botschaft: Jesus ist Herr, nicht Caesar, nicht Mammon, nicht Ideologie. Die Bibel ist deshalb zutiefst politisch. Das fundamentalistische Modell macht diese Botschaft unsichtbar. Das Evangelium wird: defensiv, intellektuell, apologetisch, statisch, unpolitisch, unkonkret. Eine enorme Energie geht in: Harmonisierung, Fehlerabwehr, Textkritik-Bekämpfung, Chicago-Statement-Dogmatik… Die Idee einer völlig fehlerlosen Bibel ist ein rein kopflastiges Konzept. Es nimmt die Bibel nicht wirklich ernst, weil es ihre eigentliche Wirkung – Veränderung der Prioritäten, des Charakters, des Verhaltens, der Beziehungen, der Sicht auf die Welt – blockiert.


 

Dallas Willard (1935–2013) war ein  evangelikaler Vordenker und einer der einflussreichsten Autoren zur geistlichen Transformation im 20./21. Jahrhundert. Er war auch ein professioneller Philosoph, spezialisiert auf Edmund Husserl, den Begründer der Phänomenologie. Phänomenologie bedeutet: Wahrheit zeigt sich in Erfahrung, nicht in abstrakten Systemen. Man muss die Dinge so nehmen, wie sie sich zeigen, nicht wie ein System sie definieren will. Man beobachtet und beschreibt – anstatt anderen vorzuschreiben, welche Fakten zu ignorieren sind und welche nicht.

Für Willard ist die Bibel verlässlich, göttlich inspiriert, aber nicht ein fehlerloses Datenbuch. Es ist ihre Aufgabe eine Begegnung mit Christus möglich zu machen.

Evangelikale Erneuerer der 1970–2010er Jahre (Ortberg, Foster, Willard, Renovaré‑Umfeld) lehnen die Idee ab, dass die Bibel völlig fehlerlos ist, weil sie finden: So ein strenges Denken macht echte geistliche Veränderung schwer.  Willard kritisierte sowohl sehr konservative als auch sehr liberale Theologen, weil sie seiner Meinung nach nicht das echte biblische Bild vom Reich Gottes zeigen. Für ihn ist wichtig: Übungen im Glauben, Nachfolge, Charakterbildung und das Wirken des Heiligen Geistes. Es ist viel wichtiger, Christus und seine Kraft zu erleben als eine strenge ‚Fehlerlosigkeits‑Ideologie‘ zu verteidigen.

 


John Ortberg Junior (1957-) ist ein US-amerikanischer Psychologe, evangelischer Theologe, Bestsellerautor, Referent und ehemaliger Seniorpastor der Menlo Park Presbyterian Church (MPPC) in Kalifornien. Grundlegende Feststellung: Du kannst geistlich nicht gesund sein, wenn du emotional krank bist.“ Ortberg zeigt: Menschen leben oft nach falschen inneren Geschichten. Das Evangelium gibt ihnen eine neue, heilende Geschichte. Er nutzt geistliche Übungen, damit sich alte Muster im Denken und Fühlen verändern – fast wie eine ‚Neuverdrahtung‘ im Gehirn. Das passt genau zu dem, was moderne Psychologie über Neuroplastizität sagt. Für Ortberg sind echte Erfahrungen mit Gott wichtig. Inerranz lehnt Erfahrung als Hauptquelle ab und setzt nur auf einen perfekten Text. Ortberg verbindet beides: Erfahrung + Bibel.

Wichtige Werke: Hüter meiner Seele. Ordne die verborgene Welt deiner Seele – sie ist das Wertvollste, das du hast (2015), Die Ewigkeit ist jetzt. Warum wir nicht erst sterben müssen, um den Himmel zu erleben: eine Einladung zu einem erfüllten Leben. (2019). Du bist frei, anders zu leben. Schritt für Schritt zu einem authentischen Leben, echter Gemeinschaft und einer tiefen Beziehung zu Gott. (2025)


 

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein lutherischer Theologe und profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche. Er war am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.

Er lehnte christliche Religiosität ab. Ein religiöser Glaube ist von Angst geprägt. „Die Religion lebt von der Angst des Menschen“: Angst, dass der Glaube zerbricht, Angst, dass Gott verschwindet, wenn die Bibel nicht perfekt ist, Angst, Gott zu enttäuschen,  Angst, nicht „bibeltreu“ genug zu sein, Angst vor der Gruppe, vor ihrer Kontrolle, vor dem Verlust an Wertschätzung. Ein religiöser Glaube ist wie ein enger Käfig. Bonhoeffer kritisiert, dass religiöse Systeme Menschen klein halten, indem sie ihnen ständig sagen: du bist schuldig, du musst dich rechtfertigen, du musst dich bewähren, du musst dich anpassen. „Die Religion hält den Menschen in der Unfreiheit. … „Sie lebt davon, daß der Mensch sich fürchtet.“  Bonhoeffers Ethik, insbesondere seine Sexualethik, ist nicht die Folge einer Angst vor Sünde, Angst vor Gott, Angst vor der Gemeinde, Angst, nicht rein genug zu sein. Er begründet sie immer mit: Verantwortung für das Wohl des anderen, mit Wahrhaftigkeit, mit konkreter Liebe und mit Christus als Mitte des Lebens.

Glaube ist Freiheit, weil Christus trägt. Mut kommt nicht aus Sicherheit, sondern aus Geborgenheit. Gottes Wille heute ist nie automatisch aus dem Text ableitbar, ist nie wiederholbar, ist nie ein Prinzip.  Wahrheit ist Begegnung, nicht System. Jesu Worte sind Gottes Gegenwart, nicht ein Regelkatalog. Die Bibel ist ein Wegweiser, kein Automat oder Tresor. Es ist nicht der Buchstabe, sondern Christus selbst, der ruft: „Liebe. Handle. Übernimm Verantwortung.“


[2] In allen anderen Kulturen des Alten Orients war Sippenhaft Standardrecht.

1. Mesopotamien (Babylonier, Assyrer)
Der Codex Hammurabi sieht explizit vor, dass Familienangehörige für die Tat eines Einzelnen bestraft werden. Assyrische Könige praktizierten Kollektivbestrafung regelmäßig. Keine Abschaffung.

2. Ägypten
Auch hier war die Familie Teil der „Haftungsgemeinschaft“. Bei Hochverrat, Flucht oder schweren Vergehen wurden Familien enteignet, deportiert oder bestraft. Keine Abschaffung.

3. Hethiter
Das hethitische Recht kennt ebenfalls Formen der Kollektivhaftung. Familien konnten für Vergehen eines Mitglieds in Mitleidenschaft gezogen werden. Keine Abschaffung.

4. Perser (Achämeniden)
Die Perser waren milder als Assyrer, aber Sippenhaft blieb möglich, besonders bei politischen Vergehen. Herodot berichtet mehrfach von Kollektivbestrafungen ganzer Familien. Keine Abschaffung.

5. Griechen
In der klassischen Zeit gab es keine systematische Sippenhaft, aber: Bei Hochverrat oder Tyrannis wurden Familien oft vertrieben, enteignet oder getötet. Das ist keine juristische Abschaffung, sondern politische Praxis. Keine juristische Abschaffung.

6. Rom
Frühzeit: Kollektivbestrafung war üblich. Später: Rom war jahrhundertelang geprägt von: Familienhaftung (gens als Rechtseinheit), Konfiskation des Familienvermögens bei Majestätsvergehen, Exil, Enteignung, Ehrverlust für Angehörige, teilweise sogar Tötung von Familienmitgliedern bei Hochverrat. Die Abschaffung der Sippenhaft in Rom kommt erst in der Spätantike, und zwar nicht aus eigener römischer Tradition, sondern durch christliche Rechtsethik, die direkt aus Dtn 24,16 / Ez 18 stammt. Erst unter den christlichen Kaisern wird die Kollektivbestrafung schrittweise verboten. Unter Justinian (527–565 n. Chr.) erfolgte der entscheidende Durchbruch. Im Corpus Iuris Civilis wird festgelegt: Strafe trifft nur den Täter, nicht die Familie. Konfiskationen dürfen nicht mehr automatisch die Angehörigen betreffen. Die christliche Lehre der persönlichen Verantwortung wird juristisch kodifiziert. Hier wird die Sippenhaft im römischen Recht endgültig abgeschafft.

 


 

[3] Einzigartig in der altorientalischen jüdischen Kultur: Nur im Alten Testament wird göttliches Mitleid mit Tieren ausdrücklich formuliert.

Mitleid mit Tieren gibt es auch in anderen Kulturen wie z.B. im persischen Zoroastrismus. Hier kommt man dem biblischen Gedanken am nächsten. Avesta (zoroastrische Texte): Tiere gelten als Teil der guten Schöpfung Ahura Mazdas. Es gibt Gebote, Tiere zu schützen und nicht unnötig zu töten. Besonders Hunde und Nutztiere: Der Hund gilt als „heiliges Tier“, das man nicht quälen darf. Das ist moralisch, nicht nur praktisch. Aber: Es ist keine Mitleidstheologie, sondern ein Kampf zwischen Gut und Böse: Tiere gehören zur guten Schöpfung und müssen geschützt werden.  Hethiter haben die besten Tierschutzgesetze des Orients – aber keine religiöse Begründung wie im Alten Testament.

Da sprach Gott, der Herr: … und mir sollte nicht diese große Stadt Ninive leidtun, in der mehr als 120.000 Menschen leben, die rechts und links nicht unterscheiden können, und dazu noch das viele Vieh“ (Jona 4,1)?

Die Bibel verbindet Tierethik mit Gottes Charakter – das ist im Orient einzigartig.

Du hilfst Menschen und Tieren, Herr.“ (Psalm 36,7)

Da tat der HERR den Mund der Eselin auf, und sie sprach zu Bileam: Was hab ich dir getan, dass du mich so schlägst?“* (4Mo 22,28–30)
Gott gibt dem gequälten Tier eine Stimme. Gewalt gegen Tiere wird vor Gott thematisiert.

Nur im Alten Testament wird Gottes Fürsorge für Tiere als Argument für menschliche Barmherzigkeit genutzt.

Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.“  (Sprüche 12,10)

Nur im Alten Testament wird Tierbarmherzigkeit als moralische Pflicht des Menschen dargestellt.

Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt“ (5Mo 25,4). Das Tier soll während der Arbeit essen dürfen. Schutz vor Ausbeutung.

Wenn du den Ochsen oder Esel deines Bruders siehst, dass sie gefallen sind… so sollst du ihnen helfen. (5Mo 22,4)  Pflicht zur Hilfe – Das Leid des Tieres darf nicht ignoriert werden.

Wenn du den Esel deines Feindes unter seiner Last liegen siehst, so lass ihn nicht liegen, sondern hilf ihm auf“  (2Mo 23,5). Hilfe gilt sogar dem Tier des Feindes. Moralische Pflicht zur Tierhilfe.

 

Spezielle Schutzgesetze gegen maßlose Ausbeutung der Schöpfung

Du sollst die Mutter nicht nehmen mit den Jungen… auf dass dir’s wohl gehe“ (5Mo 22,6–7). Was bedeutet das?

Es geht um eine Jagd- bzw. Sammelsituation: Ein Mensch findet ein Vogelnest und möchte die Jungen oder Eier als Nahrung mitnehmen. Das Gesetz erlaubt das – aber verbietet ausdrücklich, die Mutter mitzunehmen. Das ist bemerkenswert, denn im Alten Orient war Jagd oft rücksichtslos. Hier aber wird ein Schutzgebot eingeführt. Gründe:

a) Schutz vor Grausamkeit: Die Mutter sitzt schützend über den Jungen. Sie zu töten wäre ein Akt unnötiger Härte. Das Gesetz verhindert eine emotionale Grausamkeit: das Töten eines Tieres, das gerade seine Jungen wärmt.

b) Erhalt der Lebensgrundlage: Wenn die Mutter überlebt, kann sie weiter brüten, Nahrung finden und die Art erhalten. Das ist ein frühes Prinzip von Nachhaltigkeit.

c) Der Mensch soll lernen, nicht alles zu nehmen. Das Gesetz begrenzt Besitznahme: Der Mensch darf etwas nehmen – aber nicht alles, was möglich wäre. Das ist ein moralisches Training in Selbstbegrenzung.

Die Formel „Auf daß dir’s wohl gehe und du lange lebest“ zeigt: Dieses Gebot ist nicht nebensächlich, sondern gehört zu den Lebensordnungen, die Gott als heilsam für Mensch und Welt ansieht. Wer barmherzig handelt, lebt besser. Wer die Schöpfung nicht ausbeutet, hat Zukunft.

Literaturliste

Allgemeine Forschung zum Alten Orient und zur jüdischen Ethik
• Jan Assmann: Die Mosaische Unterscheidung. München 2003.
• Yehezkel Kaufmann: The Religion of Israel. Chicago 1960.
• Moshe Weinfeld: Social Justice in Ancient Israel and in the Ancient Near East.
Jerusalem 1995.
• Eckart Otto: Rechtsgeschichte der Menschheit. München 2011.

Imago-Dei-Konzeption und Würde-Idee
• Claus Westermann: Genesis 1–11. Neukirchen-Vluyn 1974.
• J. Richard Middleton: The Liberating Image: The Imago Dei in Genesis 1.
Grand Rapids 2005.
• John Walton: Ancient Near Eastern Thought and the Old Testament. Grand
Rapids 2006.

Menschenopfer und ethische Grenzziehungen
• Karel van der Toorn: Child Sacrifice in Ancient Israel. Leiden 1995.
• Mark S. Smith: The Early History of God. Grand Rapids 2002.
• Susan Niditch: War in the Hebrew Bible. Oxford 1993.

Sabbat und Sozialgesetzgebung
• Abraham Joshua Heschel: The Sabbath. New York 1951.
• Tikva Frymer-Kensky: Reading the Women of the Bible. New York 2002.

Schutz der Schwachen und Sozialrecht
• Raymond Westbrook: Property and the Family in Biblical Law. Sheffield 1991.
• Roland de Vaux: Ancient Israel. London 1961.
• Eckart Otto: Das Deuteronomium im Pentateuch. Tübingen 2012.

Prophetische Gerechtigkeitsethik
• Abraham J. Heschel: The Prophets. New York 1962.
• Walter Brueggemann: The Prophetic Imagination. Minneapolis 1978.
• Hans Walter Wolff: Amos. Neukirchen-Vluyn 1969.6

Frauen, Gleichheit und soziale Rollen
• Phyllis Trible: Texts of Terror. Philadelphia 1984.
• Carol Meyers: Discovering Eve. Oxford 1988.
• Tikva Frymer-Kensky: Reading the Women of the Bible. New York 2002.

Wirkungsgeschichte: Christentum, Aufklärung, Moderne
• Jonathan Israel: Radical Enlightenment. Oxford 2001.
• Charles Taylor: Sources of the Self. Cambridge 1989.
• Hans Joas: Die Sakralität der Person. Berlin 2011

Download: PDF-Mini-Abstracts zur Literaturliste des Essays „Jüdische Wurzeln der Menschenwürde“

 

Artikel aktualisiert am 22.08.2026