Dieser Beitrag richtet sich an erwachsene Leserinnen und Leser sowie an Gemeindemitglieder.
Er ist nicht für den Einsatz im Unterricht geeignet und nicht für Oberstufenschüler gedacht.
Bei Worthaus gibt viele zweifellos gute und hilfreiche Vorträge. (Sammlung empfehlenswerter Vorträge hier)
Doch ein Referent sagte etwas, was mir zu dieser Sammlung schlecht zu passen schien: „Hätte man zur Zeit Jesu eine Videokamera dabei gehabt, sie hätte beim leeren Grab nichts gefilmt, sie hätte auch bei den Erscheinungen des Auferstandenen nichts gefilmt…“ Davon war der Professor überzeugt. Begründung: „das Göttliche sei inwendig wahrzunehmen und nicht mit den Sinnen.“
Seine Ansicht in allen Ehren, aber es bleibt doch eine wichtige Frage: Ungezählte Menschen haben Verfolgung und Tod in auf genommen, eben weil sie darauf vertrauten, dass der Bericht von der Auferstehung Jesu kein Wunschdenken, sondern ehrliche Berichterstattung war.
Paulus hat es auf den Punkt gebracht: „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ (1Kor 15,19). Alle Christen, die ihr Leben nicht geschont haben um anderer willen, sie wären am Ende doch die elend Betrogenen, wenn am Ende auf sie gar nichts wartet. Und sie sollen dann auch noch andere Menschen einladen, ebenfalls für nichts ein stark eingeschränktes Leben führen und Bedrohung, Verlust, ja sogar Verfolgung und Tod in Kauf zu nehmen?
Paulus schireb: „Ich bin hin- und hergerissen: Am liebsten würde ich schon jetzt sterben, um bei Christus zu sein. Das wäre das Allerbeste! Andererseits habe ich bei euch noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass ich weiterleben werde und euch allen erhalten bleibe.“ (Phil 1,23-25) Das ist völlige Gewissheit und Vorfreude auf ein konkretes Glück, das durch den Geist Gottes erkannt wird.
Diese wunderbare Perspektive auf eine Heimat im Himmel hat weltweit Millionen von Gläubigen Trost, Kraft und Hoffnung in allen Lebenslagen geschenkt.
Man kann nicht an der Auferstehung zweifeln, ohne zu implizieren, dass Paulus verantwortungslos ist. Er kennt das Risiko genau: : „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte…“ (1Kor 15,15)
Was immer man über Paulus und sein Urteilsvermögen denken mag, wer seine Briefe an die Gemeinden liest, der sollte doch erkennen können, was geradezu ins Auge springt: seine herzliche, tatkräftige und tiefe Liebe zu jedem Menschen, dem er auf seinem Weg begegnet (Philemonbrief!) sowie das Bewusstsein einer großen Verantwortung, das ihn über seine eigenen Motive wachen und Distanz zu manipulativen Methoden halten lässt (2.Korintherbrief). Eins ist doch sicher: Paulus war weder naiv noch bösartig.
Mit der Wahnidee einer Auferstehung, die in Wahrheit gar nicht stattgefunden hat, wäre dieser Mann ein charakterloser Mensch gewesen, wohl wissend, dass er mit seiner Wunschvorstellung viele Gläubige massiv schädigen, gar für ihr Leben ruinieren würde. Und auf diesem jämmerlichen Fundament soll dann die Ethik stehen? Auf diese Weise soll Motivation zur Selbstlosigkeit entstehen? Das soll die ganze Wahrheit sein?
Auch wenn man die fünfhundert Zeugen der Auferstehung heute nicht mehr befragen kann, so ist dennoch die Beweiskraft ihres Zeugnisses gleich geblieben. Der seelenkundliche Beweis für die Tatsache der Auferstehung wird allerdings nur erkannt, wenn man über den Charakter des Paulus ernsthaft nachdenkt.
Darf eine Theologie den seelenkundlichen Aspekt vernachlässigen?
Ohne das Vertrauen in die Tatsächlichkeit der Auferstehung, insbesondere in die ewige Gültigkeit der Heilstatsachen, gibt es weder Glaubensfreude, noch Glaubenshoffnung.

sehe ich ähnlich – der schlechteste aller Worthaus-Vorträge, die ich jemals gehört habe. Völlig überflüssig und unnötige „Munition“ für die Worthaus-Gegner