Doku – Abschirmung

Hier werden exemplarisch Beispiele gesammelt, wie Vertreter der Chikago-Erklärung sich und ihre „Schäfchen“ wirkungsvoll gegen evt. Korrektur abschirmen.  Es werden – entsprechend dem freundlichen Stil unserer Webseite – keine Personen namentlich genannt. (Die Namen sind aber der Redaktion bekannt)

Das Bemühen, Menschen der eigenen Glaubensgemeinschaft gegen besser begründete Argumente sowie gegen Gefahrenhinweise abzuschirmen, ist das typische Kennzeichen einer Sekte. Zur Propaganda gehört natürlich die Behauptung, dass man selbst „keine Sekte“ sei. Mit der Abschirmung verbunden ist die „Überzeugung“, dass Lügen im Interesse der Glaubensgemeinschaft etwas Positives sei, nämlich Ausdruck der Opferbereitschaft des Gläubigen, der mit der Lüge Gott sein Gewissen und seinen Verstand zum wohlgefälligen Opfer darbringen würde.

02.09.2022   www.evangelium21.net/netzwerk/beitritt     Beitritt zum Diskussionsforum nur möglich durch Ankreuzen des Feldes „ich habe das Dokument Theologische Grundlage gelesen und stimme ihm in allen Punkten zu“. Dort heißt es u.a. „Wir glauben, dass Gott die Worte, die in der Heiligen Schrift überliefert sind, inspiriert hat: Die sechsundsechzig Bücher des Alten und Neuen Testaments, welche sowohl Aufzeichnung, wie auch Mittel seines rettenden Handelns in der Welt sind. Allein diese Schriften sind von Gott durch seinen Geist inspiriert und sind somit Wort für Wort Gottes Offenbarung. Wir halten an den folgenden Eigenschaften des Wortes Gottes fest: Es ist (1) ohne Fehler in den ursprünglichen Schriften; (2) vollkommen in der Offenbarung seines errettenden Willens; (3) ausreichend für alles, was Gott von uns zu glauben und zu tun erwartet; und (4) endgültig und maßgeblich in seiner Autorität in all seinen Aussagen.“ Wer das nicht unterschriebt, erhält keine Zugang zum Diskussionsforum.

02.09.2022   www.bibelundbekenntnis.de    Nur Kontaktformular. Keine Reaktion  trotz häufiger Anfragen und Korrekturvorschläge

02.09.2022    www.ethikinstitut.de/jugend-werte/kontakt/  Nur Kontaktformular. Bisher keine Reaktion bei Anfragen und Korrekturvorschlägen

1.Q.2009 www.fthgiessen.de/ Nur Kontaktformular. Reaktion eines Rektors auf Einschreibbrief, er wünsche von mir in Frieden gelassen werden: (Wortlaut des Briefes hier  – ohne Namensnennung)

19.8.2022 St.Martini – Gemeinde Bremen. Auf einen offenen Brief an alle Vorstandsmitglieder, der aufforderte, die Warnung Martin Luthers vor dem Hebräerbrief der Gemeinde mitzuteilen, erfolgte ein Telefonanruf, der mich als Irrlehrer und ungebildeten Menschen beschimpfte. Der Herr Pfarrer hätte studiert und sei im Gegensatz zu mir Fachmann.

29.10.18  St.Matthäus – Gemeinde Bremen  Auf meine Bitte, Verharmlosungen und Verfälschungen in der Predigt nachzubessern erfolgte im Interview die Antwort: etwas Übertreiben oder Verschweigen gehöre eben dazu. Auch dieser Pastor hatte einen psychischen Zusammenbruch aufgrund der Irrtumslosigkeitsdoktrin miterlebt und wusste keinen Rat (bis heute nicht!). Seine Antwort: dafür wäre nur der Betroffene verantwortlich, er wäre halt zu sensibel gewesen. Für sich selbst sehe er keinen Handlungsbedarf.  (Wortlaut des Interviews / Gedächtnisprotokoll) 

22.02.2018 Ein Vertreter des „reformatorischen“ Martin Bucer Instituts bricht die Diskussion willkürlich ab, als ihm die Pseudo-Argumente ausgehen. (Artikel zur Frage, ob destruktive Bibelstellen durch Auslegung entschärft werden können.)

2028 Bitte an die Bibelschule Brake, die Studenten über das Schädigungspotential der Irrtumslosigkeitsdoktrin aufzuklären und ein Alternativmodell vorzustellen. Es kam eine Kurzmitteilung: der Professor für Hermeneutik sei informiert, da es sich wohl um ein hermeneutisches Problem handele, der mir dann antworten würde. Eine Antwort kam nie.

2016 Ein hochrangiger Promotor der Chikagoerklärung im deutschen Sprachraum teilt mir auf meine Anfragen mit, ich brauche ihm nicht mehr zu schreiben, er hätte seine Leute, die Brief von Leuten wie mir vorab aussortieren.

2014 sandte ich mein Buch „Übungstexte in der Bibel“ (das sich ausgiebig mit den psychischen Schäden befasst, die die Irrtumslosigkeitsdoktrin anrichten kann und den Verbesserungsvorschlag eines prioritätenorientierten Bibelverständnisses macht) an einen beliebten Professor der Freien Theologischen Akademie Basel. Obwohl der Professor einen psychischen Zusammenbruch damals miterlebte und keine Hilfe wusste, kam nie eine Antwort.

19.08 2022 Briefe an alle Gemeindevorstände der in der bremischen Ev. Allianz verbundenen Gemeinden und Glaubensgemeinschaften mit der Bitte, auf die Warnung Martin Luthers vor dem Hebräerbrief hinzuweisen. Antwort noch ausstehend.

19.08 2022 Brief an den Vorstand des Mülheimer Verbandes mit ähnlichem Inhalt. Es kam die Antwort, dass meine Bitte um Überprüfung schädlicher Wirkungen des Hebräerbriefes für sie „kein Thema“ sei.

19.08 2022 Brief an die Clearing Stelle für Missbrauchsopfer der Ev. Allianz Deutschlands. Antwort noch ausstehend.

19.08 2022 Brief an die Bibelschule Brake mit ähnlichem Inhalt. Antwort noch ausstehend.

Wie wahrscheinlich ist es, dass eine der evangelikalen Gemeinden Bremens mir erlauben würde, eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Giftige Theologie“ mitzugestalten? Bisher konnte nichts stattfinden, obwohl ich mich seit ca. 20 Jahren mit diesem Thema intensiv befasse. (Zum Vergleich: ein Pfarrer befasst sich in der Regel in seinem siebenjährigem Studium mit mehreren Dutzend Themen, um vielleicht einmal ein oder zwei Jahre in ein einziges Thema zu investieren.) Warum lädt man mich dann nicht ein? Weil ich zu wenig oder weil ich zu viel weiß?

Es stellt sich die große Frage, wie das buchstabenhörige Establishment, das durchweg deutliche Mängel an Charakterstärke, Mitmenschlichkeit und Wahrheitsliebe erkennen lässt, eine so große Anhängerschar hinter sich bringen kann.

Die einfache Erklärung ist, dass Menschen zunächst mit einem ganzen Bündel an positiven Gefühlen angeworben werden: Sinngefühl (Gott nimmt dich als Person ernst, gibt deinem Leben einen sinnvolle Aufgabe),  Sicherheitsgefühl (Gott sorgt für dich, beschützt dich), Exklusivitätsgefühl (du gehörst zu den Erwählten und hast Teil an der Autorität, anderen den rechten Weg zu zeigen) sowie auch das Gemeinschaftsgefühl (wir bieten dir ein Zuhause, in dem du Freundschaft und vielfältige gute Impulse findest).  Parallel dazu werden starke Verlustängste geschürt: wer Zweifel an der Fehlerlosigkeit der Bibel äußert, der zerstöre den Glauben und damit all die erfahrenen Gefühlsschätze. Er wird deshalb zu Recht dadurch zum Feind Gottes, zum Widersacher, zum Verführer seiner Mitchristen. Er stellt seinen Fuß auf eine schiefe Ebene, wo er immer weiter hinabrutscht bis zur völligen Gottlosigkeit und Verdammnis. Da Alternativen gar nicht erwogen werden dürfen, weckt allein die Andeutung eines Zweifels panische Angst, die die Mitglieder der Gemeinschaft sofort auf Distanz gehen lässt. Auch wenn sich inzwischen etliche Glaubenserklärungen von der früheren Strenge etwas entfernt haben, so dient das nur der Vermeidung öffentlichen Ärgernisses. Es ist reine Taktik. Inoffiziell wird dieser „Automatismus“ weiter mit aller Konsequenz gefördert, damit die Abwanderung von Mitgliedern vermieden wird und buchstabenhörige Bibellehrer und Ausbildungsstätten weiter unentbehrlich bleiben. 

Die Angst müsste nicht sein. Wir dürfen und sollen denken und prüfen. Das Wort Gottes gibt uns diese Freiheit (1.Thess 5,21) Doch wer Angst hat, genau hinzuschauen und überzeugend zu denken, und statt dessen vorzieht, mit manipulativen Tricks zu arbeiten, der wird über das Abspielen einer frommen Propagandaschallplatte nie hinauskommen. Der Gebrauch manipulativer Tricks, das „Lügen für Gott“ ist strengstens verboten. (Hiob 13,7ff) Erwarten Leute, die das dennoch tun, wirklich Anerkennung oder gar Lohn von Gott? Mir erscheint das doch selten naiv.

Artikel aktualisiert am 20.09.2022

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